Teamviewer unter Druck: Permira verkauft alle Anteile
Der Rückzug von Großaktionär Permira aus Teamviewer hinterlässt deutliche Spuren auf dem Aktienmarkt. Der Finanzinvestor verkaufte seine letzten 12,5 Millionen Aktien des Softwareunternehmens zu einem Preis von 9,20 Euro pro Anteil an institutionelle Investoren. Dies bedeutete einen Preisabschlag von 5,6 Prozent im Vergleich zum Vortagesschlusskurs von 9,745 Euro. Nach Bekanntwerden des Verkaufs sanken die Teamviewer-Aktien um bis zu sechs Prozent und erreichten einen Tiefststand von 9,165 Euro. Damit rutschten sie unter wichtige technische Marken, darunter den 50-Tage- und 21-Tage-Durchschnitt.
Diese Kursrückgänge markierten das Ende eines kürzlichen Kursanstiegs, der von einer Kaufempfehlung der Bank of America ausgelöst worden war. Das jetzt vollständig platzierte Aktienpaket entsprach etwa sieben Prozent des Teamviewer-Grundkapitals. Dank des Verkaufs scheint der Druck auf die Aktie durch Überhangpositionen, die gedanklich noch den Markt belasteten, nun abgenommen zu haben.
Analysten wie Armin Kremser von der DZ-Bank bewerten diesen Schritt als erwartet und im Einklang mit Permiras Plan, sich komplett aus dem Unternehmen zurückzuziehen, obwohl das aktuelle Kursniveau für ihn überraschend niedrig erscheint. Trotz der jüngsten Rückschläge bleibt die Kaufempfehlung der DZ-Bank für Teamviewer bestehen. Die Aussicht auf einen erweiterten Streubesitz von 100 Prozent und den Wegfall von Platzierungsdruck wird positiv bewertet.
Historisch betrachtet haben Investoren, die 2019 beim Börsengang zum Kurs von 26,25 Euro eingestiegen sind, jedoch weiterhin mit hohen Buchverlusten zu kämpfen. Während der Corona-Pandemie erlebte die Fernwartungssoftware von Teamviewer einen Höhenflug, was den Aktienkurs im Juli 2020 auf fast 55 Euro trieb. Doch Kritik an Sponsoring-Entscheidungen und Bedenken hinsichtlich des Wachstums bremsten den Enthusiasmus schnell. Permira, das 2014 in Teamviewer investierte, profitierte dennoch erheblich von der Beteiligung, insbesondere durch den Börsengang und den gestaffelten Verkauf von Aktien, was dem Investor insgesamt knapp sechs Milliarden Euro einbrachte.

