Syndicate Labs stellt Betrieb ein: Schrumpfender Rollup-Markt als Hauptgrund

Das von Andreessen Horowitz unterstützte Unternehmen Syndicate Labs, das sich auf die Entwicklung von On-Chain-Infrastrukturen spezialisiert hat, hat nach fünf Jahren den Entschluss gefasst, seine Aktivitäten einzustellen. Als Hauptgrund für diese Entscheidung nennt das Unternehmen wesentliche Veränderungen im Rollup-Markt.
EVM-Rollups verlieren an Bedeutung
Syndicate Labs erklärte, dass sich der Fokus des Unternehmens darauf konzentrierte, Entwicklern bessere Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, um On-Chain-Anwendungen zu entwickeln und zu skalieren. In den letzten Jahren habe sich der Rollup-Markt jedoch stark verändert. Es gebe weniger neue Rollups, während ältere Projekte allmählich verschwinden.
Das Unternehmen stellte fest, dass sich der Markt von der Technologie, die es entwickelt hat, entfernt hat. EVM-Rollups werden nicht mehr als Industriestandard angesehen. Stattdessen entscheiden sich Entwickler zunehmend dafür, maßgeschneiderte Chains von Grund auf zu erstellen, was zu weniger wiederverwendbarer Infrastruktur und reduzierten Netzwerkeffekten im gesamten Ökosystem führt.
Obwohl Syndicate Labs die Entwicklung von On-Chain-Anwendungen über Jahre hinweg unterstützt hat, bedauert das Unternehmen, dass das Ergebnis anders ausgefallen ist. Trotz der Schließung wird das breitere Syndicate-Ökosystem weiterhin durch das Syndicate Network Collective, eine in Wyoming ansässige DUNA, die die Governance über SYND-Token innehat, bestehen bleiben.
Das Unternehmen stellte klar, dass das Kollektiv unabhängig von Syndicate Labs operiert, was bedeutet, dass die Governance über den SYND-Token nicht unmittelbar betroffen ist. Es wurde erklärt, dass eine Nachfolgeorganisation die DUNA-Struktur weiterführen könnte, obwohl auch Pläne für eine geordnete Abwicklung bestehen, falls kein Nachfolger gefunden wird.
Der Syndicate Commons Bridge auf Base wurde Ende April kompromittiert, nachdem Angreifer über einen geleakten privaten Schlüssel Zugang erlangten und 18,5 Millionen SYND-Token im Wert von fast $330.000 entwendeten. Syndicate Labs betonte jedoch, dass die Entscheidung zur Schließung nicht mit diesem Vorfall zusammenhängt.
Die betroffenen Kunden und alle SYND-Inhaber auf der Commons Chain wurden bereits aus speziell für solche Ereignisse vorgesehenen Reserven entschädigt. Das Unternehmen erklärte weiter, dass Teammitglieder und Investoren weiterhin Sperrfristen unterliegen und keine beteiligte Person kurzfristig auf Zuteilungen zugreifen konnte. Die Vesting-Struktur von Syndicate Labs sei auf langfristige Anreize ausgelegt.
Zwei DeFi-Projekte in Schwierigkeiten
Syndicate Labs ist nicht das einzige Krypto-Projekt, das in diesem Jahr nach Sicherheitsvorfällen und sich ändernden Marktbedingungen zu kämpfen hatte. Zwei DeFi-Projekte standen ebenfalls vor der Schließung, nachdem sie mit den Folgen großer Sicherheits- und Finanzprobleme zu kämpfen hatten. Im Februar stellten der Solana-basierte DeFi-Aggregator Step Finance sowie SolanaFloor und Remora Markets den Betrieb ein, nachdem ein Wallet-Kompromiss zu Verlusten von etwa $30 Millionen führte. Die Teams erklärten, dass Fundraising- und Übernahmegespräche keinen Erholungsplan hervorbrachten.
Einen Monat später schlug Balancer Labs eine Umstrukturierung des Balancer-Protokolls vor, nachdem monatelange finanzielle Belastungen, ein Rückgang des Total Value Locked (TVL) und ein Exploit im November die Liquiditätsabflüsse auf der Plattform beschleunigt hatten.

