Supplemente in der Schwangerschaft: Ist Iod erforderlich?

In der Schwangerschaft läuft der Körper einer Frau auf Hochtouren, denn auch das Baby muss optimal versorgt werden. Gerade während dieser Zeit ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung von unschätzbarem Wert. Mediziner verweisen immer wieder darauf, dass Schwangere nur wenig Nahrungsergänzungsmittel brauchen, wenn sie sich ausgesprochen gesund ernähren. Es gibt aber zwei Supplemente, die gerade während der Schwangerschaft zum Pflichtprogramm gehören. Hierzu gehören Folsäure und Iod.
Auf individuelle Bedürfnisse eingehen
Auf dem Markt der Supplemente gibt es eine Reihe von speziellen Produkten für Schwangere. Sie sind in ihrer Zusammensetzung optimiert, sodass Mutter und Kind mit den nötigen Vitaminen und Nährstoffen versorgt werden. Der Klassiker unter den Supplementen ist Folsäure, das von einigen Herstellern mit Iod kombiniert wird. “Viele werdende Mütter sind verunsichert, welches der vielen Präparate für sie wirklich die beste Wahl ist. Grundsätzlich sollten Schwangere immer Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten und sich individuell beraten lassen.”, empfiehlt Ida Becker von SUPPLEMENTBIBEL.
Ob Iod in der Schwangerschaft als Supplement eingenommen werden kann, hängt unter anderem davon ab, ob die Frau Probleme mit der Schilddrüse hat. Ist dies nicht der Fall und wird noch kein Präparat eingenommen, das Iod enthält, spricht einem Kombipräparat mit diesem sowie Folsäure nichts entgegen. Wer dagegen aufgrund einer Erkrankung der Schilddrüse bereits Hormone einnimmt, sollte sich vor der Verwendung von Iod immer von dem behandelnden Arzt beraten lassen.
Hoher Nährstoffbedarf ab dem vierten Monat
In den ersten Schwangerschaftsmonaten kann der Körper den Nährstoffbedarf der Frau und des Ungeborenen in der Regel noch sehr gut allein decken. Eine gesunde Ernährung ist in diesem Fall vollkommen ausreichend. Anders sieht es aber schon ab dem vierten Schwangerschaftsmonat aus. Dann steigt der Energiebedarf so rasant an, dass es schwer wird, alle Nährstoff-Bedürfnisse ohne Weiteres durch die Nahrungsaufnahme zu decken. Ab diesem Zeitpunkt sollten Frauen unbedingt über die Verwendung von Supplementen nachdenken und sich dahingehend beraten lassen. Wer bereits eine Hebamme an seiner Seite hat, kann auch diese um Rat fragen.
Auch wenn Supplemente eingenommen werden, sollten Frauen unbedingt darauf achten, dass sie sich gesund ernähren. Dabei ist es keineswegs erforderlich, größere Mengen an verschiedenen Lebensmitteln zu konsumieren. Vielmehr sollte darauf geachtet werden, dass die Lebensmittel eine hohe Micro-Nährstoffdichte aufweisen. Hierzu gehören in erster Linie Nahrungsmittel wie Obst und Gemüse. Auch Milchprodukte und Vollkornprodukte gehören in der Schwangerschaft zu den Lebensmitteln, die im besten Fall täglich verzehrt werden.
In der Schwangerschaft braucht der Körper deutlich mehr Folat und Iod, weshalb hier schon zu Beginn auf Nährstoffergänzungen zurückgegriffen werden sollte. Iodmangel kann zu Kretinismus führen. Noch etwa bis ins 20. Jahrhundert hinein war Kretinismus vor allem in Regionen bekannt, in denen die Böden von Natur aus wenig Iod enthielten. Die Folge waren Entwicklungsstörungen, die eine ungenügende Zahl an Schilddrüsenhormonen nach sich zog. In Europa ist Iodmangel heute sehr selten und kommt eigentlich nur in Ausnahmefällen vor. In Entwicklungsländern sieht das vollkommen anders aus. Hier ist die Iodversorgung noch in vielen Fällen mangelhaft. Auch in der Schwangerschaft kann die Iodversorgung Mängel aufweisen. Dabei ist diese gerade in den frühen Schwangerschaftswochen ungünstig für die Entwicklung des ungeborenen Kindes.

