Super Micro Computer – Einbussen und Chancen im Schatten der KI
Der explosionsartige Anstieg der Nachfrage nach KI-Chips hat dem 25 Milliarden Dollar schweren Serverhersteller Super Micro Computer (SMCI) über die letzten drei Finanzjahre hinweg beeindruckende Kursanstiege beschert. Dennoch geriet der SMCI-Aktienkurs am Mittwoch stark unter Druck, nachdem ein kritischer Short-Seller-Bericht erschienen war. Doch sollten Anleger jetzt verkaufen oder die Aktie als Kaufgelegenheit sehen?
Das Investment-Research-Unternehmen Hindenburg Research wirft Super Micro vor, ein Wiederholungstäter in Sachen Bilanzfälschung zu sein. Hindenburgs dreimonatige Untersuchung hinterfragt die Exportkontrollen, Kundenprobleme und undurchsichtige Transaktionen des Unternehmens. Aufgrund des negativen Berichts kündigte Super Micro an, die jährliche 10-K-Meldung bei der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC zu verschieben.
Durch die Verzögerung des Finanzberichts sank der Aktienkurs von Super Micro gestern um 19%. Auch im nachbörslichen Handel blieb die Aktie im Minus. Seit dem Rekordhoch von 1.188,07 Dollar am 13. März hat der Kurs der SMCI-Aktie um 65,5% nachgegeben. Trotz der Bedenken von Anlegern versichert Super Micro, dass die Meldung innerhalb der verlängerten Frist mit kleineren Korrekturen erfolgen wird.
Super Micro hat schon in der Vergangenheit Probleme mit Bilanzunregelmäßigkeiten erfolgreich überwunden, nachdem das Unternehmen eine Strafe der SEC für die Geschäftsjahre 2014 bis 2017 beigelegt hatte. Daher könnten Anleger den kürzlichen Rückschlag ignorieren und sich auf die fundamentalen Stärken von Super Micro konzentrieren.
Trotz eines Rückgangs der Bruttomargen von über 15% in den Geschäftsjahren 2022/2023 auf 11,2% im vierten Quartal 2024 hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 14,94 Milliarden Dollar erzielt, ein Anstieg von 110% gegenüber dem Vorjahr. Der aktuelle Gewinneausblick von Super Micro für dieses Jahr ist vielversprechend, da die Nachfrage nach Grafikprozessoren und Rack-Scale-Lösungen für KI-Anwendungen wächst. Die Zacks-Konsensschätzung für den Gewinn je Aktie beträgt 33,50 Dollar, ein Anstieg von 86,3% gegenüber dem Vorjahr.
NVIDIA hat ebenfalls von den florierenden KI-Chip-Märkten profitiert, die bis 2032 voraussichtlich einen jährlichen Zuwachs von 38,2% verzeichnen werden. Super Micro ist eng mit NVIDIA verbunden, da die AI-Server von SMCI benötigt werden, um KI-Chips zu betreiben. Daher wird erwartet, dass der SMCI-Aktienkurs durch den wachsenden KI-Chip-Markt weiter steigen wird.
Super Micro hält derzeit 10% des globalen Marktanteils für KI-Server und konkurriert erfolgreich mit Größen wie Dell Technologies. Der KI-Servermarkt soll von 2024 bis 2032 eine Wachstumsrate von über 18% erreichen. Super Micro's Dominanz in diesem Bereich hat dem Unternehmen hohe Renditen beschert, mit einer Eigenkapitalrendite von 34%, im Vergleich zu 6,1% in der Branche der Computer-Speichergeräte.
Trotz der jüngsten Turbulenzen hat die SMCI-Aktie im bisherigen Jahresverlauf die Branche übertroffen (+56% vs. +51,8%). Zudem ist die Aktie im Vergleich zu ihren Konkurrenten günstiger bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 13,2x, während das der Branche bei 17,9x liegt.
Aufgrund dieser positiven Aussichten haben führende Broker das durchschnittliche kurzfristige Kursziel der SMCI-Aktie um fast 68,5% erhöht, mit einem höchsten Kursziel von 1.500 Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von 173,9% entspricht.
Deshalb bleibt SMCI eine attraktive Investition mit einem Zacks Rank #2 (Kaufen).

