Südkalifornien: Winde verschärfen Waldbrandgefahr
Der Süden Kaliforniens rüstet sich für eine Woche voller Herausforderungen, da die berüchtigten Santa Ana-Winde mit erneuter Kraft über die Region peitschen. Diese trockenen, heftigen Windböen treffen auf Feuerwehren, die an vorderster Front gegen die ungebändigten Brände kämpfen, und könnten tausende Bewohner zur Evakuierung zwingen. Das Potenzial für verheerende Brände ist immens, da Böen von bis zu 113 Kilometern pro Stunde durch die Vororte von Los Angeles und Ventura fegen sollen. Auch die Küstengebiete und tiefer gelegene Regionen müssen sich auf Winde von bis zu 80 Stundenkilometern einstellen.
Ein kurzer Rückgang der Winde verschafft den Einsatzkräften am Nachmittag etwas Luft, doch bereits am späten Montagabend wird ein erneutes Aufflammen der starken Böen erwartet. Diese Wetterlage wird mindestens bis zur Wochenmitte anhalten und Sorgen über weitere betroffene Gebiete wie Riverside, Orange und San Diego mehren sich. Erschwerend für die Einsatzkräfte ist der Umstand, dass die Winde es nahezu unmöglich machen voranzukommen, während die Palisades- und Eaton-Feuer bereits 16 Menschenleben gefordert und mehr als 12.000 Gebäude zerstört haben.
Für Millionen von Menschen in Südkalifornien bedeutet dies kritische Brandbedingungen bis Mittwochabend. In Gebieten, die von Santa Clarita bis nach Riverside reichen, herrscht höchste Alarmstufe. Ein stabiler Hoch- und Tiefdruckwechsel fungiert als natürlicher Windkanal über Südkalifornien und erschwert die Eindämmung der Brände erheblich.
Eine umfassende Bundesreaktion auf die Feuerkrise wurde von Präsident Joe Biden eingeleitet, nachdem er sich am Sonntag über das Geschehen briefen ließ. Fortlaufend werden Evakuierungen in der Region Los Angeles durchgeführt, wobei mehr als 105.000 Menschen bereits in Sicherheit gebracht wurden. Kaliforniens Katastrophenschutzbehörden sind in höchster Bereitschaft, mit einsatzbereitem Personal und Gerät, um den Flammen entgegenzutreten. "Wir sind noch nicht über den Berg," warnt Nancy Ward, die Leiterin des Amts für Notfallmanagement von Kalifornien, in Anbetracht der bevorstehenden, brisanten Brandwettersituation.

