Strenge Strafen für Kartellsünder: Bundeskartellamt zieht erneut die Zügel an
Das Bundeskartellamt hat im vergangenen Jahr empfindliche Bußgelder in Höhe von insgesamt 26 Millionen Euro gegen sechs Unternehmen und eine natürliche Person verhängt und damit seine Position als Wächter über den ehrlichen Wettbewerb bekräftigt. Im Fokus der Sanktionen standen die Sektoren Schutzkleidung, Telekommunikation und Netztechnik. Diese Maßnahmen verdeutlichen einmal mehr die Konsequenzen illegaler Preisabsprachen, die nicht nur den Wettbewerb beengen, sondern letztlich auch die Verbraucher mit höheren Preisen belasten.
Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, gab an, dass der Einsatz fortschrittlicher Überwachungstechnologie die Marktanalyse deutlich effizienter gestaltet. Neben den technischen Mitteln erwiesen sich die zahlreichen Hinweise aus der Meldestelle als äußerst hilfreich. Im Jahr 2023 gingen 17 dieser sogenannten Kronzeugenanträge dort ein, ein Zeichen dafür, dass die Schleusen des internen Whistleblowings weit geöffnet bleiben.
Die Bußgeldsummen der vergangenen Jahre spiegeln eine erhebliche Volatilität wider. Während in der Vor-Corona-Zeit teils dreistellige Millionenbeträge verhängt wurden, sind die Zahlen während der Pandemie aufgrund fehlender Durchsuchungen deutlich gesunken. Doch der Kartellamtschef zeigt sich optimistisch: Mit nun wieder verstärkter Ermittlungstätigkeit rechnen die Wettbewerbshüter in naher Zukunft mit einer Rückkehr zu höheren Strafzahlungen. Mundt ist sich sicher, dass die kommenden Jahre neue Rekordsummen offenbaren werden.

