Strenge Alterskontrollen beim Online-Verkauf von E-Zigaretten-Zubehör auf dem Prüfstand
E-Zigaretten werden mit ihrer Vielfalt an Geschmacksrichtungen und bunten Designs zunehmend unter jungen Menschen populär. Doch das Jugendschutzgesetz setzt klare Grenzen: Der Verkauf ist an Kinder und Jugendliche untersagt. Eine zentrale Frage, die jetzt den Bundesgerichtshof beschäftigt, lautet: Müssen Händler beim Online-Verkauf von ungefüllten Ersatztanks das Alter der Besteller prüfen?
E-Zigaretten, oder Vapes, funktionieren durch das Erhitzen von E-Liquids, die dann verdampft und eingeatmet werden. Diese Produkte, laut der Deutschen Befragung zum Rauchverhalten, machten 2025 einen Anteil von 2,7 Prozent der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren aus, wobei der Tabakkonsum bei knapp 30 Prozent lag. Auch die Gesundheitsrisiken sind nicht von der Hand zu weisen. Experten warnen vor möglichen Schäden an Herz und Lunge durch die inhalierten Stoffe.
Ökonomisch betrachtet boomt die Vaping-Branche: Der Umsatz erreichte 2025 stattliche 2,4 Milliarden Euro in Deutschland und soll weiter wachsen. Ein Großteil des Marktes entfällt auf offene Systeme, die durch den Verkauf von Ersatztanks gestützt werden – hier setzt die derzeitige Debatte an.
Das Jugendschutzgesetz verbietet den Verkauf nikotinhaltiger Produkte an Jugendliche und inkludiert eben auch solche Zubehörteile wie Ersatztanks. Der Bundesgerichtshof prüft nun, ob dies auch für ungefüllte Tanks gelten soll. Handelsfirmen streiten sich über die Notwendigkeit einer Altersüberprüfung, wobei die Vorinstanzen bereits zugunsten des Jugendschutzes entschieden hatten.
Die beklagte Firma argumentiert, ein leerer Tank sei harmlos und kein Fall für das Jugendschutzgesetz. Ihr Anwältin zieht Vergleiche mit zigarettenfreiem Zigarettenpapier. Demgegenüber betont der Branchenverband BfTG, dass fehlende Kontrollen Schlupflöcher im Jugendmedienschutz öffnen könnten, da Jugendliche sich alle notwendigen Teile separat bestellen könnten.
Eine endgültige Entscheidung wird nicht vor Donnerstag erwartet. Die Auseinandersetzung verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen wachstumsstarken Märkten und dem Schutz junger Menschen.

