Streit um Sudhof-Bericht entzweit Große Koalition
Ein neuer Bericht, der dem früheren Gesundheitsminister Jens Spahn Versäumnisse während der Corona-Pandemie vorwirft, sorgt für erhebliche Spannungen innerhalb der schwarz-roten Koalition. Deutlich wurde dies während einer emotional geführten Aktuellen Stunde im Bundestag.
Simone Borchardt, die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, kritisierte das Gutachten als mangelhaft. Es fehle an klarer Methodik und rechtlicher Substanz, um die damaligen Entscheidungen zutreffend bewerten zu können.
Demgegenüber hält Christos Pantazis von der SPD am Bericht fest und warnt vor parteipolitischen Verzerrungen des Inhalts. Er betont, das Dokument stamme von Margaretha Sudhof, einer im gesamten politischen Spektrum anerkannten Beamtin.
Der Bericht prangert bei Spahn eine Mischung aus unzureichendem ökonomischen Verständnis und überzogenem politischem Ehrgeiz an, die letztlich in immense Kosten und Risiken mündeten. Besonders brisant: Spahn habe entgegen den Empfehlungen seiner Fachleute auf die Beschaffung von Schutzmasken gedrängt.

