Streckenpoker: Deutsche Bahn beharrt auf Neubau zwischen Hamburg und Hannover
Der aktuelle Streit rund um die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover zeigt, dass die Deutsche Bahn wenig Spielraum für Kompromisse sieht. Mit klaren Worten lehnt das Unternehmen jegliche Pläne für einen Ausbau der bestehenden Bahnlinien ab: „Es gibt keine Alternative zu dem geplanten Neubau. Wir haben keinen Plan B“, erklärte ein Sprecher gegenüber der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Der bevorzugte Neubau entlang der A7 punktet gegenüber anderen Varianten mit einem überzeugenden Kosten-Nutzen-Verhältnis, sodass die Deutsche Bahn bei ihrer Forderung nach einem Neubau bleibt. Eine Zustimmung des Bundestages gilt hierbei als ausschlaggebend – bleibt diese aus, wird auch der Ausbau der Bestandsstrecken nicht weiter verfolgt.
Eine Allianz verschiedener Akteure, darunter Fridays for Future und der Verkehrsclub Deutschland, versammelte sich kürzlich vor dem Alten Rathaus in Hannover, um das Projekt zu unterstützen. Rund 80 Menschen zeigten ihre Unterstützung für die Bahn; sie forderten vor allem das Einlenken der niedersächsischen Landesregierung, die momentan gegen den Neubau steht. Ministerpräsident Olaf Lies und Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne präferieren den bereits 2015 diskutierten Ausbau der bestehenden Strecken.
In naher Zukunft wird der Bundestag eine abschließende Entscheidung treffen müssen. Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay hat sich indes bereits für den strategisch wichtigen Neubau ausgesprochen. Der Bahnsprecher kündigte an, dass bei grüner Ampel aus Berlin mit der zügigen Umsetzung begonnen würde, um die neue Strecke in den 2030er-Jahren fertigzustellen.

