Stellenbestand in der Bundesverwaltung auf Rekordniveau
Der Stellenbestand in der Bundesverwaltung bleibt in diesem Jahr auf einem Rekordniveau. Laut dem Finanzplan des Bundes 2023 bis 2027 waren es rund 299.000 Beamtinnen und Beamte sowie Tarifbeschäftigte. Bereits im vergangenen Jahr betrug die Anzahl der Stellen rund 299.000, während es 2022 noch etwa 295.000 und 2021 nur 289.000 waren. Diese Zahlen wurden auch von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) veröffentlicht, die von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektro-Industrie getragen wird.
Der deutliche Zuwachs an Stellen geht vor allem auf die Zahl der Beamtinnen und Beamten zurück. Im Jahr 2015 belief sich die Anzahl der Stellen beim Bund noch auf 249.000. In den vergangenen Jahren gab es einen deutlichen Zuwachs bei der Bundespolizei, der Zollverwaltung, dem nichtmilitärischen Personal der Bundeswehr, der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung sowie dem Bundeskriminalamt.
Die Bundesregierung begründet den Zuwachs an Stellen mit den gestiegenen Aufgaben während der Ampel-Koalition. Insbesondere die Bewältigung der Auswirkungen des russischen Angriffs auf die Ukraine und der Energiekrise hätten zu den politischen Herausforderungen gezählt. Laut der Sprecherin des Bundesfinanzministeriums sei der Stellenaufwuchs in dieser Legislaturperiode maßgeblich durch diese Herausforderungen geprägt.
Die INSM gibt an, dass rund zehn Prozent der Stellen auf die Bundesministerien entfallen. Seit 2017 gab es hier einen Zuwachs von mehr als 5200 Stellen. Dabei verzeichnete das Bundeswirtschaftsministerium den größten Zuwachs, gefolgt vom Gesundheits- und Justizressort. Die Personalkosten des Bundes werden voraussichtlich im Jahr 2024 mehr als 43 Milliarden Euro betragen.
In der vergangenen Wahlperiode wies der Bundesrechnungshof darauf hin, dass zwar über 30.000 neue Stellen in der Bundesverwaltung geschaffen wurden, der Anteil unbesetzter Stellen jedoch von acht auf elf Prozent gestiegen sei. Dadurch konnten bestimmte Aufgaben, die mit den neuen Stellen verbunden waren, nicht immer erreicht werden.
Der Bund der Steuerzahler und Arbeitgeber fordern Einsparungen im Verwaltungsbereich. Der Bund der Steuerzahler kritisierte, dass allein in den Ministerien mittlerweile mehr als 30.000 Mitarbeiter beschäftigt seien. Die INSM fordert strengere Maßstäbe für die Schaffung von Stellen für Beamte, um dem Trend der Mehrung von Stellen- und Personalkosten entgegenzuwirken. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger forderte Anfang Januar ebenfalls Einsparungen im Verwaltungsbereich und einen Einstellungsstopp zur Senkung der Personalkosten. (eulerpool-AFX)

