Starfield wird „legendär werden“ – Komponist Inon Zur verteidigt Todd Howards Vision
Manche Spiele brauchen Zeit. Und manche Menschen sind sich dessen sicherer als andere. Starfield gehört zu jenen Titeln, über die seit dem Launch gestritten wird wie über kaum ein anderes Rollenspiel der vergangenen Jahre – doch ausgerechnet einer der engsten kreativen Vertrauten von Bethesda meldet sich nun mit einer Einschätzung zu Wort, die so manchen Kritiker ins Grübeln bringen dürfte. Komponist Inon Zur zeigt sich überzeugt, und seine Begründung ist schwerer zu ignorieren, als sie auf den ersten Blick wirkt.
„Die Menschen waren einfach nicht bereit dafür“
Zur, der die musikalische Untermalung von Starfield verantwortet, sprach in einem Interview offen über seine Sicht auf den gemischten Empfang des Weltraum-Rollenspiels. Seine These ist klar: Nicht das Spiel war das Problem – sondern der Zeitpunkt. Die Spielerschaft sei beim Launch schlicht nicht bereit gewesen für das, was Starfield zu bieten hatte. Eine gewagte Aussage, gewiss. Doch Zur untermauert sie mit seinem Bild von Todd Howard, den er als ausgesprochenen Visionär beschreibt – jemanden, der Dinge sieht, die andere erst Jahre später begreifen. Howard wisse, wie man kreative Freiheit gewähre und gleichzeitig auf seine eigene Vision hinlenke, ohne dabei laut oder autoritär zu wirken. Zur zufolge hat Howard auf die Kritik an Starfield nur leise erwidert: Wer es nicht mag, mag es nicht – aber das sei der neue Kurs, und dabei bleibe man.
Legenden brauchen ihre Zeit
Zur zieht dabei eine Parallele, die in der Kunstgeschichte durchaus Substanz hat: Große Visionäre werden oft erst im Nachhinein verstanden. Er ist überzeugt, dass Starfield denselben Weg nehmen wird – und dass es letztlich keine Frage des Ob, sondern nur des Wann ist. „Starfield wird irgendwann zu etwas werden, das legendär ist. Daran habe ich keinen Zweifel.“ Ob man dieser Einschätzung zustimmt oder nicht – die Überzeugung dahinter ist unverkennbar. Und Zur ist nicht irgendwer: Als Komponist von Fallout 4, Fallout 76 und weiteren Bethesda-Titeln hat er hautnah miterlebt, wie Studios und ihre Spiele sich über Jahre hinweg im Bewusstsein der Spielerschaft wandeln können.
Was als Nächstes für Starfield geplant ist
Dass Starfield nicht stillsteht, hat Bethesda zuletzt angedeutet. Kreativdirektor Howard sprach davon, dass es bald Neuigkeiten geben werde – ohne dabei konkret zu werden. Bekannt ist, dass das Studio an neuen Spielsystemen arbeitet, das Weltraum-Gameplay befriedigender gestalten möchte und weitere kleinere Überraschungen plant. Hinzu kommt ein neues Story-Erweiterungspaket, das möglicherweise eine neue Fraktion namens Terran Armada einführt. Gerüchten zufolge soll auch interplanetares Reisen Einzug halten, wenngleich die konkrete Umsetzung noch offen ist. Und dann wäre da noch das hartnäckige Gerücht einer PS5-Fassung – offizielle Bestätigung steht bislang aus, doch die Spekulationen reißen nicht ab. Howard hatte bereits 2023 angekündigt, dass Starfield umfangreiche Nachschub-Inhalte unterschiedlichster Größenordnung erhalten soll – ob dieser Plan unverändert gilt, bleibt abzuwarten.

