Stabile Impulse trotz leichter Gewinnmitnahmen an der Wiener Börse
Die Wiener Börse verabschiedete sich am Freitag mit einem minimalen Rückgang in das Wochenende. Der Leitindex ATX verzeichnete einen leichten Verlust von 0,01 Prozent und schloss auf 5.470,33 Punkten. Den österreichischen Aktienmarkt belebten jedoch unerwartet positive Daten zur US-Industrieproduktion sowie die frisch vorgestellte heimische Industriestrategie.
Am frühen Morgen erreichte der ATX ein neues Rekordhoch von 5.477,42 Punkten, bevor er im Tagesverlauf zunächst leicht nachgab. Die positive Wende kam mit den US-Wirtschaftsdaten, welche die Industrieproduktion im Dezember mit einem unerwarteten Plus von 0,4 Prozent auswiesen, verglichen mit den prognostizierten 0,1 Prozent. Dieser unerwartete Anstieg verlieh den Aktien zusätzliche Unterstützung.
Die österreichische Regierung präsentierte ein ambitioniertes Investitionspaket zur Stärkung der Industrieposition des Landes, das eine Förderung über 2,6 Milliarden Euro bis 2029 vorsieht. Dies umfasst Investitionen in neun Schlüsseltechnologien und einen subventionierten Industriestrompreis.
Von diesen Entwicklungen profitierten unter anderem die Aktien der AT&S, die um 2,4 Prozent stiegen, und der Finanzsektor mit Bawag, die ein Plus von 1,8 Prozent erzielte. Uniqa legte um 0,5 Prozent zu. An der Spitze des Prime-Markets standen Austriacard Holdings mit einem beachtlichen Kursgewinn von 5,2 Prozent, gefolgt von Amag Austria Metall und Zumtobel.
Im Fokus standen auch die Papiere des niederösterreichischen Unternehmens SBO. Die Erste Group reduzierte ihr Anlagevotum von "Buy" auf "Accumulate" und das Kursziel auf 37,2 Euro. Analysten sehen SBO mit einem anspruchsvoller werdenden Markt konfrontiert, betonen jedoch die nicht vollständig berücksichtigten langfristigen Chancen. Die Aktien verloren 4,6 Prozent.
Wienerberger und Voestalpine sahen Kursrückgänge von 2,6 Prozent bzw. 2,1 Prozent, während Lenzing um 1,4 Prozent fiel. Die Papiere von Andritz blieben stabil. Die Ankündigung der Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung am chinesischen Unternehmen Baoding Sanzheng durch Andritz unterstreicht deren strategische Expansion in Lösungen für die Stahlverarbeitung.

