Staatsanleihen unter leichter Druck – Erwartungen gedämpft
Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Donnerstag marginal nachgegeben. Der Euro-Bund-Future, ein wichtiger Indikator in diesem Bereich, sank um 0,02 Prozent auf 128,00 Punkte. Indes kletterte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf bemerkenswerte 2,86 Prozent. Trotz der unaufgeregten Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch blieb ein starker Marktschub aus.
Wie weithin prognostiziert, wurden die Leitzinsen unverändert belassen. Jerome Powell, der Chef der Notenbank, bereinigte die Erwartungen hinsichtlich bevorstehender Zinssenkungen gründlich. In einem weiteren politischen Schritt kündigte der US-Finanzminister Scott Bessent an, die Bekanntgabe von Powells Nachfolger könnte "in der nächsten Woche oder so" erfolgen.
Analysten der Commerzbank gehen davon aus, dass sich die Anleihen vorerst in ruhigeren Gewässern bewegen könnten. Der zuletzt gestiegene Eurokurs unterstützt dabei insbesondere kurzlaufende Anleihen, da er potenziell die Inflation einbremsen könnte. Dies übt Druck auf die Europäische Zentralbank aus, eventuell doch noch die Zinsen zu senken. Mit Spannung blicken Beobachter auf die Inflationszahlen aus Deutschland und Frankreich, die am Freitag publik gemacht werden.

