Staatsanleihen gewinnen leicht - Deutsche Wirtschaft bleibt gedämpft
Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben zuletzt einen leichten Anstieg verzeichnet. Der Euro-Bund-Future, der als bedeutender Indikator gilt, verbesserte sich um 0,07 Prozent und steht nun bei 130,22 Punkten. Gleichzeitig verharrt die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen bei 2,65 Prozent.
Diesen leichten Kurszuwächsen standen äußerst schwache Daten zur deutschen Industrieproduktion gegenüber. Im Juni fiel die Produktion auf einen historischen Tiefstand, wie zuletzt während der starken pandemiebedingten Einbrüche im Mai 2020. Besonders bemerkenswert ist, dass dieser Rückgang die Erwartungen übertraf und sogar eine nach unten korrigierte Einschätzung für Mai begleitete.
Vincent Stamer von der Commerzbank deutet darauf hin, dass sich die deutsche Industrie nur behutsam in den kommenden Quartalen erholen könnte. Zwar soll die lockere Geldpolitik mit erheblichen staatlichen Investitionen der Konjunktur in den nächsten Jahren Rückenwind geben, jedoch belasten derzeit noch externe Unsicherheiten und interne strukturelle Herausforderungen wie der Fachkräftemangel, Bürokratie sowie hohe Energiekosten.
Unterstützend wirkten auch schwache Konjunkturdaten aus den USA. Die neu veröffentlichten Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe zeichnen das Bild eines schwächelnden Arbeitsmarktes. Eine unerwartet hohe Zunahme dieser Anträge schürte die Spekulationen, dass die US-Notenbank Fed möglicherweise bald den Leitzins senken könnte.

