Spielzeit endet mit großer Verdi-Premiere
Die Vorstellungen im Juni
Hannover, 18.05.2026 (lifePR) - Der Juni an der Staatsoper Hannover bündelt noch einmal die ganze Spannweite einer Spielzeit: große Opernpremiere, sinfonische Tiefenschärfe, junge Stimmen am Beginn ihrer Laufbahn und ein lebendiges Miteinander auf und hinter der Bühne. Zwischen Verdis düsterem Troubadour, einem sinfonischen Finale mit Bach, Berg und Schostakowitsch sowie den Club-Festspielen als kreativem Epilog der Saison entsteht ein Monat, der gleichermaßen zurückblickt und nach vorne weist.
Lied.Konzert
Unerhörtes von Georg Kreisler
20. Mai 2026 – Klavierhaus Döll
Georg Kreisler war vieles zugleich: Komponist, Pianist, Sänger – und einer der schärfsten Beobachter der gesellschaftlichen Realität des 20. Jahrhunderts. Seine Lieder, geprägt von Exil, Entwurzelung und einem unbestechlichen Blick auf menschliche Abgründe, sind bis heute von erstaunlicher Aktualität.
Ensemblemitglied Max Dollinger widmet sich gemeinsam mit Pianist Wolfgang Skill diesem ebenso humorvollen wie bitterbösen Kosmos. Zwischen Walzer, Polka und Jazz entfaltet sich ein besonderer Abend im Klavierhaus Döll.
Der Troubadour
Premiere 13. Juni – Opernhaus
Liebe, Rache, Krieg – und ein verhängnisvoller Irrtum: In Der Troubadour verdichten sich extreme Emotionen zu einer Geschichte von archaischer Wucht. Zwei Männer, die einander im Bürgerkrieg bekämpfen, rivalisieren zugleich um dieselbe Frau – ohne zu wissen, dass sie Brüder sind.
Giuseppe Verdi formte aus der düsteren Vorlage Antonio García Gutiérrez’ ein musikalisches Drama von packender Intensität. Seine Figuren sind getrieben von Traumata, Sehnsucht und inneren Widersprüchen – und genau daraus entwickelt sich eine Partitur, die bis heute zu den eindringlichsten des Repertoires zählt.
In der Neuinszenierung von Wolfgang Nägele erscheint Der Troubadour als radikale Studie über Erinnerung, Gewalt und emotionale Abgründe. Musikalisch versammelt die Produktion eine hochkarätige Besetzung: In der Rolle der Leonora ist mit Cristiana Oliveira eine international gefragte Sopranistin zu erleben. An ihrer Seite gestalten unter anderem Joseph Dahdah (Manrico), Grga Peroš (Graf Luna) sowie Shavleg Armasi als Ferrando das Ensemble.
Abschlusskonzert Musiktheaterakademie 2025/26
14. Juni 2026 – Tonstudio Tessmar
Ein Jahr intensiver Arbeit findet seinen Höhepunkt: Die Mitglieder der Musiktheaterakademie präsentieren Arien und Ensembles – und geben Einblick in eine Ausbildungsform, die Praxis und künstlerische Entwicklung eng miteinander verzahnt.
Die Kooperation zwischen Staatsoper Hannover und Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover ermöglicht jungen Sänger:innen einen direkten Einstieg in den Opernalltag. Publikum und Talente begegnen sich hier auf besondere Weise: nah, unmittelbar und mit einem Blick auf die Zukunft der Oper.
Achtes Sinfoniekonzert
Werke von Johann Sebastian Bach, Alban Berg und Dmitri Schostakowitsch
21. und 22. Juni 2026 – Opernhaus
Zum Abschluss der Saison richtet sich der Blick zugleich nach innen und zurück zu den Ursprüngen: Johann Sebastian Bachs Kunst der Fuge eröffnet ein Nachdenken über musikalische Ordnung und Struktur, während Alban Bergs Violinkonzert Dem Andenken eines Engels eine zutiefst persönliche Trauermusik entfaltet.
Mit Dmitri Schostakowitschs 10. Sinfonie erklingt schließlich ein Werk, das zwischen politischer Deutung und autobiografischem Ausdruck oszilliert. Seine berühmten Toninitialen – D-Es-C-H – durchziehen die Partitur wie ein musikalisches Selbstbekenntnis.
Ein Saisonfinale, das große Linien sichtbar macht: von der barocken Formstrenge bis zur existenziellen Ausdruckskraft des 20. Jahrhunderts.
Club-Festspiele 2026
Zum Ende der Spielzeit gehört die Bühne den Vielen: Bei den Club-Festspielen verwandelt sich die Probebühne 2 jedes Wochenende in eine Studiobühne für die Ergebnisse der Tanz- und Musiktheaterclubs.
86 Mitwirkende zwischen acht und 65 Jahren präsentieren Arbeiten, die über Monate hinweg gemeinsam entwickelt wurden. Die Bandbreite reicht von choreografischen Experimenten über performative Formate bis hin zu musikalischen Collagen.
Ob Auseinandersetzung mit Turandot, Visionen einer Welt ohne Erwachsene oder Hip-Hop-Arbeiten über Selbstbilder – die Club-Festspiele zeigen die Staatsoper als offenen Raum künstlerischer Teilhabe und kollektiver Kreativität.
Weitere Informationen und Termine finden Sie auf unserer Website.

