Sparzinsen bleiben bis 2026 stabil – Doch die Inflation bleibt ein Problem

Die deutschen Sparer können sich voraussichtlich bis zur Jahresmitte 2026 auf stabile Sparzinsen einstellen. Laut Expertenmeinung bieten die aktuellen Tages- und Festgeldangebote jedoch oft keinen Ausgleich zur Inflation, die zuletzt bei 2,3 Prozent lag, was bedeutet, dass Ersparnisse real an Wert verlieren können.
Ein weiteres Absinken der Leitzinsen im Euroraum ist derzeit nicht in Sicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Zinsen in den vergangenen vier Sitzungen unverändert gelassen, sodass der relevante Einlagenzins nach wie vor bei 2,0 Prozent liegt – was deutlich unter den 4,0 Prozent vom Frühjahr 2024 liegt.
Die Stabilität der Leitzinsen wird auch von Vergleichsportalen wie Verivox bis mindestens Mitte 2026 erwartet. Entsprechend werden auch die Zinsen für Tages- und Festgeld im Durchschnitt weiterhin stabil bleiben, so Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier. Aktuell bieten Festgeldangebote mit zweijähriger Laufzeit im Schnitt 2,04 Prozent Zinsen.
Bei den Tagesgeldkonten hat sich der Zinsrückgang seit August stabilisiert, mit einem aktuellen Durchschnittszins von 1,30 Prozent. Besonders niedrige Konditionen sind bei Sparkassen und Volksbanken zu finden, wo die Zinsen durchschnittlich unter einem halben Prozent liegen.
Der Bankenmarkt bleibt umkämpft, nicht zuletzt durch den bevorstehenden Deutschlandstart der Digitalbank Chase von JPMorgan Chase im Jahr 2026, was den Wettbewerb weiter anheizen könnte. Neue Anbieter versuchen oft mit attraktiven Konditionen Kunden zu gewinnen. So bot etwa die spanische Bank BBVA anlässlich ihres Markteintritts in Deutschland drei Prozent Zinsen auf Girokontoguthaben.
Stiftung Warentest untersuchte die Vorteile des sogenannten Zinshoppings und stellte fest, dass dies unter Umständen lukrativ sein kann, allerdings auch mit Risiken wie Zinsbetrug verbunden ist. Ein aufmerksames Vorgehen und Skepsis gegenüber zu guten Angeboten wird daher empfohlen.

