Spanien im Aufruhr: Wohnungsnot entzündet Massenproteste
In einer eindrucksvollen Demonstration gegen die alarmierende Wohnungsnot in Spanien sind Zehntausende auf die Straßen gegangen. Von Madrid über Barcelona bis hin zu Palma auf Mallorca fanden Proteste statt, die unter dem eindringlichen Motto 'Machen wir dem Geschäft mit dem Wohnraum ein Ende' organisiert wurden. Initiatoren dieser Bewegung waren verschiedene Mieterorganisationen, die Unterstützung durch Gewerkschaften erhielten. Der Wohnraummangel führt dazu, dass die Mietpreise immer weiter steigen, und viele Bürger mittlerweile über die Hälfte ihres Einkommens für Mieten aufwenden müssen.
Das Beratungsunternehmen Atlas hat errechnet, dass das Land etwa 3,5 Millionen zusätzliche Wohnungen benötigt, um Wohnkosten auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Im Vergleich dazu wurden im Jahr 2024 lediglich rund 100.000 neue Wohneinheiten geschaffen, während die Zahl der Haushalte um 330.000 stieg, wie der Rundfunksender Cadena Ser berichtete. Dies verdeutlicht die Kluft zwischen Wohnungsbedarf und dem tatsächlichen Angebot auf dem spanischen Immobilienmarkt.
Bei den Protestkundgebungen wurden radikale Maßnahmen wie ein Ende der Immobilienspekulation, verstärkter sozialer Wohnungsbau sowie ein Stopp der Umwandlung von Wohnraum in touristische Ferienwohnungen gefordert. Mietsenkungen und sogar Enteignungen stehen auf der Liste der geforderten Schritte zur Linderung der Krise. Einige Sprecher der Demonstrationen plädierten für Mietstreiks und forderten dazu auf, Ferienwohnungen zu besetzen. Die Wohnungswirtschaft selbst sieht sich durch hohe Bürokratiebelastungen, knappen Bauland und eskalierende Baukosten unter Druck und betont die Langfristigkeit jeglicher Lösungsansätze.
Besonders hart trifft die Krise Ballungszentren und Ferienhochburgen wie Mallorca, Barcelona, Valencia, Málaga und Madrid, wo der Massen- und Luxustourismus die Situation weiter verschärft. Hier sind die Menschen mit geringem Einkommen mit rasant steigenden Mieten konfrontiert und finden kaum noch erschwinglichen Wohnraum. Auf den Balearen-Inseln, darunter Mallorca, Menorca und Ibiza, sind die Mieten laut Daten von Fotocasa in den letzten zehn Jahren um 158 Prozent gestiegen.

