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Smartphone-KI ist für ein Drittel bereits Alltag

25. Februar 2026, 20:08 Uhr · Quelle: toptechnews.de
Smartphone-KI ist für ein Drittel bereits Alltag
Eine Umfrage zeigt die hohe Akzeptanz von KI auf Smartphones und deren Rolle im Alltag der Nutzer.

Das Smartphone ist Medienzentrale, Spielkonsole, Navisystem, Shopping-Center und mehr. Jetzt kommt eine neue Funktion hinzu: persönlicher KI-Assistent. Schon heute nutzt mehr als ein Drittel (38 Prozent) KI-Funktionen auf dem eigenen Smartphone regelmäßig, bei den unter 30-Jährigen sind es sogar mehr als die Hälfte (54 Prozent). 33 Prozent der Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzer wären bereit, für umfangreiche KI-Funktionen einen Aufpreis für ihr Gerät zu bezahlen. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter mehr als 1.000 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren, darunter 861 Nutzerinnen und Nutzer eines Smartphones. Wo genau überall KI drinsteckt, wissen 53 Prozent allerdings nicht im Detail. „Das Smartphone bringt Künstliche Intelligenz in jede Hosentasche. Immer mehr Menschen nutzen KI mit ihren Handys ganz selbstverständlich im Alltag. Um Fotos zu bearbeiten, Texte zu erstellen oder Mails zusammenzufassen. KI macht Smartphones stärker, persönlicher und komfortabler“, sagt Bitkom-Präsidiumsmitglied Marcel de Groot. „Oft bemerken wir die KI auf unseren Handys gar nicht, weil sie im Hintergrund läuft. Für die ressourcenschonende Navigation oder zum Schutz vor Betrugsanrufen.“

Entsprechend groß ist die Rolle, die künstliche Intelligenz auf dem Smartphone-Markt jetzt schon spielt: 64 Prozent der Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzer haben bereits Sprachassistenten wie Siri, Alexa oder Hey Google verwendet, 56 Prozent nutzen auf ihrem Gerät Chatbots wie Gemini, ChatGPT oder Perplexity. Auch in der Kamera ist KI für viele längst Standard: 42 Prozent greifen etwa auf KI-Fotobearbeitung wie einen „magischen Radierer“ zurück, und 37 Prozent lassen sich beim Schreiben von Nachrichten von KI-Vorschlägen unterstützen. Ein Fünftel (22 Prozent) nutzt die KI-Zusammenfassung langer Texte und Nachrichten. Zugleich wird deutlich, wo die nächsten Wachstumsfelder liegen: Gefragt danach, welche Funktion sie künftig gern nutzen würden, nennt fast die Hälfte (49 Prozent) KI-Spamfilter, die unerwünschte oder betrügerische Anrufe verhindern, 36 Prozent möchten weitere Unterstützung beim Verfassen von Nachrichten. „KI-Funktionen setzen sich dort durch, wo sie im Alltag entlasten. Beim schnellen Schreiben von Mails, bei der Suche nach Informationen oder beim Schutz vor betrügerischen Anrufen. Gute KI ist heute ein Qualitätsmerkmal für das moderne Smartphone“, sagt de Groot.

Knapp 4 Prozent Wachstum im App-Markt

Anlässlich des in der kommenden Woche startenden Mobile World Congress in Barcelona hat der Digitalverband Bitkom den deutschen Smartphone-Markt erneut vermessen. Demnach gibt es vor allem auf dem App-Markt und bei den Investitionen der Netzbetreiber hohe Wachstumsraten: So fließt in die Netzinfrastruktur für mobile Kommunikation erneut mehr Geld als im Vorjahr: 2,3 Milliarden Euro (+2,1 Prozent) fließen allein in Netztechnik, hinzu kommen Aufwendungen für Frequenzen, Gebäude und Bauarbeiten. Auch der App-Markt zieht an und wächst auf 2,4 Milliarden Euro (+3,9 Prozent). Den größten Anteil am Umsatz im Smartphone-Ökosystem machen Daten- und Sprachdienste mit 23,8 Milliarden Euro aus (+1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Mit den Smartphones selbst werden 12,1 Milliarden Euro (-1,2 Prozent) umgesetzt. Der Markt für Smartphones, Apps, Mobilfunknetze und -dienste wächst im Jahr 2026 so insgesamt auf 40,6 Milliarden Euro (+0,9 Prozent). 2025 hatten die Umsätze 40,2 Milliarden Euro betragen. De Groot: „Das Smartphone ist für viele Menschen die wichtigste Schaltstelle im digitalen Alltag. Es ist Lexikon, Spielekonsole, Medienzentrale oder Kreditkarte. Und künftig auch Identitätsnachweis oder Live-Übersetzer. Das Smartphone-Ökosystem wächst vor allem dort, wo neue Technologien und Dienste den Alltag spürbar erleichtern.“

Kein „Dumbphone-Comeback“ bei Jüngeren

Aktuell nutzen 86 Prozent der über 16-Jährigen in Deutschland ein Smartphone – alle privat, 49 Prozent auch beruflich. Von den unter 30-Jährigen nutzt praktisch jeder und jede ein Smartphone (100 Prozent), ähnlich bei den 30- bis 49-Jährigen (98 Prozent) sowie den 50- bis 64-Jährigen (96 Prozent). Bei den über 65-Jährigen sind es hingegen lediglich 53 Prozent. Nur 10 Prozent der Menschen in Deutschland nutzen noch ein herkömmliches Handy, vor allem in der Altersgruppe ab 65 Jahren (24 Prozent). Von einem „Dumbphone“-Comeback bei Jüngeren kann dagegen keine Rede sein: Unter den unter 30-Jährigen nutzen nur 2 Prozent ein herkömmliches Handy. Entsprechend groß ist die Bedeutung von Smartphones im Alltag. 87 Prozent der Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzer können sich ein Leben ohne dieses Gerät nicht mehr vorstellen. Gleichzeitig gibt es auch Schattenseiten der ständigen Begleitung: 62 Prozent stört es, wenn der Partner oder die Partnerin häufig aufs Smartphone schaut. 60 Prozent werden unruhig, wenn sie längere Zeit keinen Zugriff auf ihr Gerät haben, und 57 Prozent erleben es nach eigenen Angaben zu oft, dass sie einen Moment nicht genießen, weil sie aufs Smartphone schauen. „Diese Zahlen sind alarmierend. Wir dürfen vor lauter Smartphone die Schönheit der echten Momente nicht aus den Augen verlieren“, so de Groot.

Durchschnittspreise für Smartphones

Der Durchschnittspreis pro Smartphone geht in diesem Jahr erneut leicht hoch. Wurden 2025 im Schnitt 627 Euro je Smartphone ausgegeben, sind es in diesem Jahr 646 Euro. Dabei wollen Verbraucherinnen und Verbraucher für ihr nächstes Smartphone eigentlich nur 300 Euro ausgeben, 2025 waren es 262 Euro. Es handelt sich hier jedoch um einen Durchschnittswert, der sich sowohl aus günstigen Smartphones mit Mobilfunkvertrag als auch aus Geräten ohne Vertrag errechnet.

Smartphones sind länger in Gebrauch

Smartphones werden immer länger genutzt, der schnelle Gerätewechsel wird seltener. Nur noch rund ein Drittel (32 Prozent) nutzt privat ein Smartphone, das höchstens ein Jahr alt ist – 2021 waren es noch doppelt so viele. 33 Prozent verwenden ihr Gerät zwei bis drei Jahre, weitere 8 Prozent drei bis vier Jahre und weitere 4 Prozent länger als vier Jahre. Insgesamt nutzen damit 45 Prozent ihr Smartphone länger als zwei Jahre. Im Durchschnitt ist ein selbstgekauftes, privat genutztes Smartphone aktuell 25 Monate alt. „Smartphones sind heute zunehmend länger in Gebrauch. Das ist ein Gewinn für den Geldbeutel und für die Umwelt. Voraussetzung sind robuste Geräte, Software-Updates, haltbare Akkus und die einfache Möglichkeit, Handys reparieren zu lassen“, sagt de Groot.

Robustheit ist das wichtigste Kriterium beim Smartphone-Kauf

Beim Kauf eines neuen Smartphones stehen entsprechend für viele ganz praktische Kriterien im Vordergrund, allen voran die Robustheit: 97 Prozent halten ein robustes Bildschirmglas für wichtig. Auch Umweltaspekte spielen eine große Rolle: 92 Prozent achten auf Nachhaltigkeit, 82 Prozent auf Reparierbarkeit. Daneben zählen klassische Leistungsmerkmale weiterhin zu den wichtigsten Kaufargumenten, etwa Akkulaufzeit und Speicherplatz (jeweils 92 Prozent) sowie die Kameraqualität (88 Prozent). KI-Funktionen sind für eine Mehrheit ebenfalls eine relevante Eigenschaft (68 Prozent). Und auch der Preis bleibt ein zentraler Faktor (85 Prozent). Auffällig ist zudem, dass neben Marke und Bewertungen auch das Herkunftsland des Herstellers in die Entscheidung einfließt (78 Prozent). Gut die Hälfte sagt, grundsätzlich keine Smartphones von Herstellern mit Hauptsitz in China zu kaufen (49 Prozent), 35 Prozent schließen Hersteller mit Hauptsitz in den USA aus.

Guter Empfang, hohe Netzabdeckung, große Bandbreiten

Bei der Wahl des Mobilfunkanbieters zählt für die Nutzerinnen und Nutzer von Handys oder Smartphones vor allem eines: die Netzqualität. 96 Prozent legen Wert auf guten Empfang am Wohnort, 94 Prozent auf eine möglichst gute Netzabdeckung und 91 Prozent auf hohe Surfgeschwindigkeit. Erst danach folgen Aspekte wie die Nachhaltigkeit des Anbieters (77 Prozent) oder Kundenservice (73 Prozent) – und auch der Preis ist zwar wichtig (72 Prozent), steht aber nicht an erster Stelle. Vertragliche Flexibilität spielt ebenfalls eine große Rolle: 68 Prozent achten auf flexible Kündigungsmöglichkeiten, 59 Prozent auf Optionen, Datenvolumen flexibel einsetzen oder dazubuchen zu können. Marke (54 Prozent) und soziales Engagement (49 Prozent) sind im Vergleich weniger ausschlaggebend.

Auch der Anspruch an den Mobilfunk wächst, und zwar nicht nur in Städten oder am Wohnort: 67 Prozent der Menschen wünschen sich überall flächendeckenden Empfang auch beim Wandern im Wald oder im Urlaub am Strand. Gleichzeitig zeigt sich ein Akzeptanz-Dilemma beim Netzausbau: 49 Prozent befürworten zwar grundsätzlich den Ausbau, möchten aber keinen Mobilfunkmasten in ihrer Nachbarschaft. „Die Menschen wollen stabiles Netz an jedem Ort. Dafür braucht es neben Investitionen in die Netze vor allem schnelle Genehmigungen und neue Standorte für Funkmasten“, sagt de Groot.

Um den Mobilfunkausbau weiter zu beschleunigen, sollten aus Bitkom-Sicht vor allem schnellere, vollständig digitale und bundesweit einheitliche Genehmigungsverfahren für Mobilfunkstandorte eingeführt werden. Das bereits gesetzlich verankerte „überragende öffentliche Interesse“ für den Netzausbau müsse dabei in den Kommunen auch praktisch Wirkung entfalten. Zusätzlich brauche es mehr Planungssicherheit, etwa durch einen vollständigen Überblick über Liegenschaften der öffentlichen Hand und Vorrang bei Stromanschlüssen für Mobilfunkmasten. Und auch auf europäischer Ebene seien bessere Rahmenbedingungen nötig: Der Digital Networks Act solle zu einheitlicheren Regeln und einem echten EU-Binnenmarkt für Telekommunikation beitragen – damit Investitionen erleichtert werden und der Ausbau leistungsfähiger Netze in ganz Europa schneller vorankommt. Marcel de Groot: „Ein leistungsfähiges Netz ist heute wichtiger als jemals zuvor. Denn ohne Netz funktioniert kein Smartphone, kein Social Media und keine KI. Fast alle Haushalte sind heute mit 5G versorgt. Das Netz wächst schnell. Damit das so bleibt, brauchen die Netzbetreiber investitionsfreundliche Rahmenbedingungen und schnelle Genehmigungsverfahren.“

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[toptechnews.de] · 25.02.2026 · 20:08 Uhr
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