Resident Evil Requiem: Capcom feiert Fan-Kritik am KI-Look von Protagonistin Grace
Die Diskussionen um Nvidias neue DLSS 5-Technologie schlagen hohe Wellen – und mittendrin steckt Capcoms neuester Horror-Streich Resident Evil Requiem. Nachdem Fans die KI-gestützten Gesichtsveränderungen der Protagonistin Grace Ashcroft massiv kritisiert hatten, meldete sich nun Producer Masato Kumazawa zu Wort. Das Spiel ist seit dem 27. Februar 2026 für PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S sowie die Nintendo Switch 2 erhältlich und spaltet technisch die Gemüter.
Der „Yassify“-Eklat: Wenn KI die Kunst überholt
Im Zentrum der Kontroverse steht eine Präsentation von NVIDIA aus dem März, bei der Resident Evil Requiem als Showcase für DLSS 5 diente. Das Problem: Die KI-Technologie griff massiv in das Charakterdesign ein. Die Gesichtszüge von FBI-Agentin Grace Ashcroft wurden derart verändert – inklusive einer Art digitalem Make-up und angepasster Knochenstruktur –, dass Kritiker wie Danny O’Dwyer (Noclip) von einer „Yassification“ sprachen. Der Vorwurf: Die KI mache aus markanten Charakteren generische Schönheiten und zerstöre die künstlerische Vision der Entwickler.
Besonders pikant: Berichten zufolge wussten die Entwickler bei Capcom und Ubisoft vorab gar nichts von ihrem Glück. Das Team hinter dem RE-Engine-Hit soll von der NVIDIA-Präsentation völlig überrumpelt worden sein, zumal Capcom intern als eher „KI-kritisch“ gilt, wenn es um die kreative Gestaltung von Assets geht.
Capcom sieht den Shitstorm als Kompliment
Anstatt in die Defensive zu gehen, wählt Masato Kumazawa einen interessanten journalistischen Spin. Im Interview mit Eurogamer erklärte er, dass die heftigen Reaktionen der Fans eigentlich ein „positives Zeichen“ seien.
- Design-Bestätigung: Laut Kumazawa beweise der Widerstand gegen die KI-Gesichter, dass die Spieler das ursprüngliche Design von Grace lieben.
- Fan-Favorit: Grace Ashcroft habe sich in kürzester Zeit als neuer Fan-Liebling etabliert – eben wegen ihres authentischen Looks.
- Artistic Intent: Die Debatte zeigt, wie wichtig den Spielern die handgemachte Ästhetik gegenüber automatisierter „KI-Optimierung“ ist.
Leon Kennedy: Altern ist optional
Neben der KI-Debatte gab Director Koshi Nakanishi interessante Einblicke in die Zukunft der Franchise-Ikonen. Während Leon S. Kennedy in Resident Evil Requiem sichtlich gealtert ist, gibt es laut Nakanishi keine „eiserne Regel“ für den Ruhestand. Capcom sieht keine Notwendigkeit, bekannte Gesichter krampfhaft durch jüngere Charaktere zu ersetzen. Leon sei in seiner aktuellen Form extrem ansprechend – und Nakanishi scherzte sogar, dass man ihn auch noch mit 70 Jahren zurückbringen könne.
Uncanny Valley: Ein gefährlicher Trend?
Trotz der diplomatischen Worte von Capcom bleibt ein fader Beigeschmack. NVIDIA-Chef Jensen Huang verteidigte DLSS 5 zwar und betonte, dass es sich nicht um klassischen „AI-Slop“ (minderwertigen KI-Content) handle, doch die Grenze zum Uncanny Valley verschwimmt zusehends. Wenn Algorithmen eigenmächtig die Knochenstruktur von Charakteren ändern, um einem vermeintlichen Schönheitsideal zu entsprechen, steht die künstlerische Integrität des Mediums auf dem Spiel.

