Probealarm

Sirenengeheul und Handylärm am bundesweiten Warntag

11. September 2025, 15:29 Uhr · Quelle: dpa
Am Warntag schrillten in Deutschland Sirenen und Handys um 11 Uhr, um die Bevölkerung zu warnen. Experten berichten von Erfolgen, fordern aber weitere Verbesserungen für den Katastrophenschutz.

Berlin (dpa) - Punkt 11.00 Uhr schrillten in Deutschland Sirenen und Handys. Beim bundesweiten Warntag sollte erneut getestet werden, wie zuverlässig die Bevölkerung im Ernstfall gewarnt werden kann. Wer eine Warn-App auf seinem Smartphone installiert hat, bekam auch auf diesem Weg eine Mitteilung, die von einem Tonsignal angekündigt wurde. 

BBK-Präsident: Warntag lief erfolgreich

Aus Sicht des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ist der bundesweite Warntag erfolgreich verlaufen. Nach ersten Rückmeldungen sei davon auszugehen, dass wie im vergangenen Jahr fast die gesamte Bevölkerung erreicht worden sei, sagt BBK-Präsident Ralph Tiesler nach dem Probealarm in Bonn.

«Aber auf dem Erfolg wollen wir uns nicht ausruhen», fügt er hinzu. Es gehe bei dem Probealarm immer darum, auch neue Technologien auszuprobieren. Dazu zähle etwa eine direkte Anbindung der modernen Sirenen, die dann künftig nicht mehr von den Kommunen ausgelöst werden müssten, sondern beim Warntag 2026 direkt angesteuert werden sollen. 

Der Warntag sei aber nicht nur als Stresstest für die Technik wichtig, betont Tiesler. Er helfe auch, die Bevölkerung auf das Thema Selbstschutz aufmerksam zu machen. Jeder Einzelne müsse im Ernstfall einen Beitrag leisten und verstehen: «Der Staat kann nicht überall gleichzeitig sein.» 

Unterschiede in den Ländern

Auch in einigen Bundesländern wurde bereits eine positive Bilanz gezogen. In Berlin haben zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren wieder die in den vergangenen Jahren neu aufgestellten Warnsirenen geheult. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sagte: «Es waren 220 Sirenen im Stadtgebiet hörbar. Ich bin sehr froh darüber, dass das funktioniert hat». 

In Hamburg bezeichnete die Innenbehörde den Warntag ebenfalls als erfolgreich: Alle Warnsysteme hätten ausgelöst, außer die, die sich in der Wartung befunden hätten. Dabei handele es sich nach Angabe des Sprechers um «eine Handvoll».

Doch nicht überall klappte es reibungslos: Für eine landesweite Bilanz des Warntags sei es noch zu früh, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Rheinland-Pfalz. Probleme gab es nach Angaben der Feuerwehr allerdings in Mainz und den Landkreisen Mainz-Bingen sowie Alzey-Worms. Dort gaben Sirenen demnach den falschen Warnton ab und signalisierten statt der Entwarnung um 11.45 Uhr ein zweites Mal eine Bevölkerungswarnung.

Entwarnung kam nach 45 Minuten

Die Signale auf dem Handy sind extra laut, damit sie die Menschen notfalls auch aus dem Schlaf wecken. Auch wer keine Warn-App nutzt, sollte eine Mitteilung auf dem Handy erhalten. Das funktioniert über Cell Broadcast, ein Verfahren, bei dem Informationen an alle Handys verschickt werden, die dafür die Voraussetzungen erfüllen und sich zum Zeitpunkt der Warnung in einem bestimmten Gebiet befinden.

Der Lärm, den die Probewarnung verursacht, unterbrach am Vormittag auch eine Debatte im Plenarsaal des Bundestages. Der AfD-Abgeordnete, Christopher Drößler, der gerade am Rednerpult stand, setzte seine Rede nach einer kurzen Pause fort.

Die Entwarnung folgte um etwa 11.45 Uhr - mit einer Ausnahme: Über Cell Broadcast wird es nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) wie im vergangenen Jahr nur eine Warnung geben, aber keine Entwarnung.

Jedes Jahr kommen mehr Sirenen dazu

Die Länder haben in den vergangenen Jahren vielerorts Sirenen aufgebaut beziehungsweise modernisiert. Deshalb waren sie nun auch in einigen Gebieten zu hören, wo dies zuletzt nicht der Fall war - beispielsweise in Berlin. Die verwendeten Sirenensignale sind bundesweit einheitlich. Ein an- und abschwellender Heulton bedeutet Warnung. Ein heulender Dauerton signalisiert das Ende des Probealarms, beziehungsweise im Ernstfall, dass die Gefahr vorbei ist.

Nach dem Ende des Kalten Krieges waren Sirenen an vielen Standorten in Deutschland abgebaut beziehungsweise kaputte Anlagen nicht mehr ausgetauscht worden, weil man glaubte, sie nicht mehr zu benötigen. Unter anderem Erfahrungen aus der verheerenden Flut im Ahrtal 2021 und der russische Angriffskrieg in der Ukraine haben hier zu einem Umdenken geführt. Das Eindringen russischer Kampfdrohnen in den Luftraum über Polen in der Nacht auf Mittwoch ist ein Beispiel für einen Zivilschutzfall, in dem es notwendig sein kann, die Bevölkerung eines Gebiets kurzfristig zu warnen.

Bevölkerung / Katastrophenschutz / Deutschland
11.09.2025 · 15:29 Uhr
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