Silvester ohne Böller: Bundesärztekammer fordert bundesweites Verbot
Die Bundesärztekammer setzt sich für ein bundesweites Böllerverbot an Silvester ein. Das Ziel: die Sicherheit von Bürgern und Einsatzkräften zu gewährleisten. 'Die politisch Verantwortlichen sollten eine Silvesternacht in einem Rettungswagen oder in einer Notfallambulanz verbringen, dann würde sich ihr Blick auf das scheinbar friedliche Silvesterfeuerwerk schnell ändern', erklärte Kammer-Präsident Klaus Reinhardt in einer Mitteilung.
Die zunehmende Anzahl an Verletzungen durch Silvesterknaller alarmiert die Bundesärztekammer. Im vergangenen Jahr wurden 838 Menschen allein aufgrund von Knallkörpern Augenverletzungen zugefügt - ein Höchststand. Besonders schockierend ist die Tatsache, dass es etwa 300 Verletzte mehr waren als in den Jahren vor der Corona-Pandemie. Zusammen mit Ohr-, Brand- und Handverletzungen erreichte die Gesamtzahl einen vierstelligen Bereich. Besonders bedauerlich ist die hohe Anzahl von minderjährigen Opfern.
Die Bundesärztekammer schließt sich dieser Forderung gemeinsam mit Umwelt- und Tierschutzorganisationen, Ärzteverbänden und der Polizei an. Ein Böllerverbot an Silvester wäre eine effektive Maßnahme, um die Anzahl der Verletzungen drastisch zu reduzieren. 'Niemand möchte den Menschen die Möglichkeit nehmen, Silvester ausgelassen zu feiern. Aber für einen schönen Jahreswechsel braucht es kein Schwarzpulver', sagte Reinhardt.
Ein bundesweites Böllerverbot würde nicht nur die Sicherheit der Bevölkerung gewährleisten, sondern auch die Einsatzkräfte entlasten. Insbesondere Rettungs- und Ordnungskräfte sind zum Jahreswechsel Bedrohungen und Angriffen ausgesetzt.
Die Bundesärztekammer fordert daher die Unterstützung von Bund und Ländern für ein solches Verbot. Es bleibt abzuwarten, ob die politisch Verantwortlichen dem Appell folgen werden. Silvester 2022 könnte somit möglicherweise ohne Feuerwerkskörper, aber mit einer größeren Sicherheit für alle gefeiert werden. (eulerpool-AFX)

