Siemens und SAP: Ein Kopf-an-Kopf-Rennen an der Börse

Die Begeisterung über Siemens' optimistische Ergebnisprognose war nur von kurzer Dauer. Das Münchner Technologie- und Industrieunternehmen konnte sich nicht dauerhaft als das führende Unternehmen im Dax vor dem Softwareriesen SAP behaupten. Trotz anfänglich beeindruckender Kursgewinne brachen die Gewinne bis zum Handelsende nahezu vollständig ein. Zur Mittagszeit hielt Siemens die Spitzenposition mit einem Anstieg von fast 8 Prozent, was die Aktie auf einen Rekordwert von knapp unter 276 Euro katapultierte. Der Börsenwert erreichte damit rund 219 Milliarden Euro. Doch bis zum Abend verblieb lediglich ein marginales Plus von 0,3 Prozent, wodurch der Wert auf 205,6 Milliarden Euro fiel.
Trotzdem kann Siemens seit Jahresbeginn noch immer einen Zuwachs von 7,5 Prozent verzeichnen. SAP hingegen, mit einem Tagesanstieg von 0,4 Prozent auf 169,70 Euro, erreichte eine Marktkapitalisierung von 208,5 Milliarden Euro. Obwohl die Aktie aufgrund von Bedenken über potenzielle Gefahren durch Künstliche Intelligenz gelitten hat, was zu einem Rückgang von 18,6 Prozent seit Jahresbeginn führte, bleibt SAP doch auf dem Thron der Dax-Unternehmen.
RBC-Analyst Mark Fielding erhöhte seine Kurszielschätzungen für Siemens nach einer Telefonkonferenz und hob es von 245 auf 270 Euro an, während er eine neutrale Aktienbewertung beibehielt. Siemens beeindruckte im ersten Geschäftsquartal, insbesondere in den Bereichen Digital Industries (DI) und Smart Infrastructure (SI). Analyst Rizk Maidi von Jefferies wies auf steigende Auftragseingänge bei Siemens in den Bereichen Rechenzentren und Automatisierung in China hin, parallel zu einem robusten Softwarewachstum.
Siemens hat seine Prognosen für das Jahresergebnis je Aktie leicht angehoben, was jedoch von Analysten als konservativ bewertet wird. Trotz allem könnte sich der Ergebniskonsens für 2025/26 laut Goldman Sachs Analystin Daniela Costa dennoch in einem niedrigen einstelligen Prozentbereich verbessern.

