Shopify-Gründer Tobias Lütke: Das unerwartete Comeback des deutschen Tech-Milliardärs
Der in Koblenz geborene Shopify-Gründer Tobias Lütke hat geschafft, was vielen Tech-Unternehmern nach dem Corona-Boom misslang: ein spektakuläres Comeback. Innerhalb eines Jahres konnte der 45-Jährige sein Vermögen um 1,5 Milliarden Euro steigern – auf nun geschätzte 5,2 Milliarden Euro. Möglich machte das ein klarer Sparkurs, neue KI-Strategien und der Mut, sein Unternehmen neu zu erfinden.
Vom Snowboard-Shop zur Milliardenplattform
Lütkes Geschichte begann unscheinbar: Als er in Kanada einen Onlineshop für Snowboards eröffnen wollte, fehlte ihm die passende Software. Also programmierte er selbst eine – der Grundstein für Shopify war gelegt. Heute nutzen Millionen Händler weltweit die Plattform, von kleinen Manufakturen bis zu Großkunden wie Red Bull oder Barnes & Noble.
Nach einem beispiellosen Börsenaufstieg während der Pandemie stürzte der Aktienkurs jedoch um über 80 Prozent ab. Viele Konkurrenten hätten sich davon kaum erholt – Lütke schon. Er verschlankte das Unternehmen radikal, reduzierte die Belegschaft von 11.600 auf 8.100 Mitarbeitende und fokussierte Shopify auf rentable Kerngeschäfte.
KI als Turbo für den Neuanfang
Während europäische Onlinehändler wie Zalando oder Asos stagnieren, wuchs Shopify zuletzt wieder rasant: 9 Milliarden Dollar Umsatz, über eine Milliarde operativer Gewinn – und ein Kurs, der fast wieder auf Corona-Niveau liegt. Die Börse feiert Lütke als Visionär der „zweiten Welle“ des E-Commerce, getrieben von Künstlicher Intelligenz.
Er selbst hat die KI-Revolution längst zur Bedingung gemacht: „Bevor neue Stellen entstehen, muss jedes Team beweisen, warum es seine Ziele nicht mithilfe von KI erreichen kann“, schrieb er intern. Für Investoren ein Signal, dass Shopify vorne mitspielen will, wenn Onlineshops künftig weitgehend automatisiert entstehen.
Vom Programmierer zum Symbol deutscher Gründerkraft
Heute gilt „Tobi“ Lütke als einer der einflussreichsten Tech-Unternehmer Kanadas – und als Hoffnungsträger einer Generation deutscher Gründer im Ausland. Sein Unternehmen ist mit rund 200 Milliarden Dollar Börsenwert das zweitwertvollste in Kanada.


