Shawbrook drängt an die Börse – 2-Milliarden-Pfund-Bewertung im Blickfeld
Shawbrook Bank steht kurz vor einem der meistdiskutierten IPOs in London in diesem Jahr. Die Eigentümer BC Partners und Pollen Street Capital peilen eine Bewertung von rund £2 Mrd. an – ein Niveau, das Anfang 2025 noch ambitioniert wirkte, inzwischen aber durch die starke Rally der Bankaktien realistischer erscheint. Der FTSE 350 Banks Index liegt seit Jahresbeginn etwa 30 Prozent im Plus, womit Shawbrook nun auf einer Preis-Buch-Basis ähnlich bewertet wäre wie NatWest und Lloyds, leicht unter Paragon.
Fundamentale Argumente für eine hohe Bewertung gibt es durchaus. In der ersten Jahreshälfte erreichte Shawbrook eine Return on Tangible Equity (RoTE) von 16,3 Prozent, vergleichbar mit Paragon und im Mehrjahresschnitt sogar darüber. Das Kreditbuch wuchs zwischen 2019 und 2024 im Schnitt um 17 Prozent jährlich – ein Tempo, das weit über dem der meisten Wettbewerber liegt.
Doch die Kapitalbasis der Bank bleibt dünn. Wachstumsambitionen und Dividendenpläne gleichzeitig umzusetzen, könnte damit zur Herausforderung werden. Hinzu kommt: Bankaktien handeln derzeit auf dem höchsten Bewertungsniveau seit über einem Jahrzehnt. Viele Investoren dürften deshalb für ein frisches Listing einen Bewertungsabschlag verlangen.
Unsicherheit besteht auch beim künftigen Verhalten der Private-Equity-Eigner. BC Partners und Pollen Street haben bereits verschiedene Exit-Optionen geprüft, darunter Übernahmegespräche mit Co-operative Bank, Metro Bank und Starling Bank. Ein Börsengang könnte damit nur den Auftakt zu weiteren Anteilsverkäufen markieren.
Im ohnehin nervösen Londoner Kapitalmarktumfeld wird Shawbrook genau beobachtet werden. Ein Listing, das mit zu viel Optimismus bepreist wird und danach unter Druck gerät, wäre kein Sieg für die Börse. Besser wäre es, mit einem Abschlag zu starten und über die Zeit zu beweisen, dass die Bank tatsächlich mehr wert ist.


