SGL Carbon taumelt - Hoffnungsschimmer am Horizont
Der Wiesbadener Kohlefaser-Spezialist SGL Carbon befindet sich angesichts der anspruchsvollen Geschäftslage und der kostspieligen Umstrukturierung einer seiner Geschäftsbereiche in einer finanziellen Schieflage. Im ersten Halbjahr verzeichnete das Unternehmen einen beträchtlichen Verlust von über 31 Millionen Euro, während es im Vorjahreszeitraum noch einen Gewinn von 29 Millionen Euro verbuchen konnte. Diese Informationen wurden bei der detaillierten Präsentation der Quartalszahlen mitgeteilt. Erfahrungen mit der Restrukturierung des Karbonfaser-Abschnitts Carbon Fibers führten zu Aufwendungen von mehr als 45 Millionen Euro. Zusätzlich trug ein negativer Steuereffekt von fast 10 Millionen Euro zum Verlust bei. Bereits im Juli hatte das Management von SGL Carbon die Umsatzprognose für 2025 reduziert und erwartet nun ein Minus von 10 bis 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch bleibt das Unternehmen optimistisch, dass der bereinigte operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zwischen 130 und 150 Millionen Euro liegen wird. Vorstandsvorsitzender Thomas Dippold betonte, dass SGL Carbon weder von den ökonomischen Entwicklungen noch von den Dynamiken der Absatzmärkte unberührt bleibe. Dennoch zeige der Umstrukturierungsprozess der Sparte Carbon Fibers erste positive Resultate, sodass der Bereich vor Sondereffekten nach längerer Zeit wieder einen positiven operativen Beitrag leistet.

