Schwankende Märkte: Dax sinkt weiter - Unsicherheit prägt Anlegerstimmung

Der deutsche Aktienindex Dax hat am Donnerstag seine Abwärtsbewegung fortgesetzt und damit seinen Abstand zur psychologisch wichtigen 25.000-Punkte-Marke vergrößert. Die Anleger sind weiterhin nervös, insbesondere angesichts der Volatilität bei Edelmetallen und Kryptowährungen. Auch der Technologiesektor steht unter Druck, da Künstliche Intelligenz traditionelle Geschäftsmodelle herausfordert.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Silberpreis, der weiter nachgab und laut Jochen Stanzl von der Consorsbank auf bis zu 60 US-Dollar oder tiefer fallen könnte, was die Angst vor Anschlussverkäufen bei anderen Anlageklassen schürt. Auch der Bitcoin setzte seine Talfahrt fort.
Am Tag der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) schloss der Dax mit einem Minus von 0,46 Prozent bei 24.491,06 Punkten. Zwischenzeitlich war der Index um bis zu 1,3 Prozent abgerutscht, nahe seinem Jahrestief. Der MDax verlor 0,29 Prozent auf 31.434,51 Punkte.
Die EZB hielt die Leitzinsen im Euroraum stabil, was allgemein erwartet wurde. EZB-Präsidentin Christine Lagarde erklärte nach der Sitzung des EZB-Rates, dass die Lage der Inflation positiv sei, und zeigte sich gelassen gegenüber der Euro-Aufwertung. Der Euro hat seit März 2025 an Wert gewonnen, was in den Planungen der EZB berücksichtigt sei.
In diesem Umfeld entschieden viele Investoren, ihre Gewinne mitzunehmen und verweilten an der Seitenlinie, so Marktexperte Andreas Lipkow. Schwache US-Arbeitsmarktdaten belasteten die Kurse zusätzlich.
Rheinmetall-Aktien gaben um 6,5 Prozent nach, beeinflusst durch die andauernden Ukraine-Gespräche und überhöhte Erwartungen für 2026. Auch im Automobilsektor wurden Aktien wie BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen veräußert, ausgelöst durch enttäuschende Quartalszahlen von Volvo Cars.
Erfreuliche Quartalszahlen ließen die Aktien von Rational um 13,5 Prozent im MDax steigen, während Evonik trotz einer Dividendenkürzung um 3,5 Prozent kletterte, da eine Gewinnbelebung für 2026 angekündigt wurde. Hingegen fiel Heidelberger Druck im SDax um 14 Prozent, da die Auftragseingänge die Erwartungen verfehlten.
Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, sank um 0,75 Prozent auf 5.925,70 Punkte. Auch die Börsen in Zürich und London standen unter Druck. In den USA verzeichnete der Dow Jones Industrial bei Handelsschluss in Europa einen Rückgang von knapp einem Prozent.

