Schwache US-Arbeitsmarktdaten belasten Wall Street
Ein unerwartet schwacher US-Arbeitsmarktbericht hat die Märkte an der Wall Street tief erschüttert. Anleger reagierten mit Zurückhaltung, was sich unmittelbar negativ auf die Aktienkurse auswirkte.
Der prestigeträchtige Dow Jones Industrial Index rutschte um 1,4 Prozent auf 43.510 Punkte ab und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Ende Juni. Nachdem der Dow bereits seit Wochenbeginn Verluste verzeichnete, droht ihm nun ein Wochenminus von über drei Prozent—das größte seit Anfang April.
Auch die weiteren großen Indizes blieben nicht unverschont. Der breit gefächerte S&P 500 verlor 1,6 Prozent und fiel auf 6.238 Punkte, während der techniklastige Nasdaq 100 um 1,8 Prozent auf 22.798 Zähler nachgab. Der Auslöser für die allgemeine Verunsicherung war ein deutlicher Einbruch bei den neu geschaffenen Stellen im Juli außerhalb der Landwirtschaft. Anstelle der erwarteten 104.000 Stellen wurden lediglich 73.000 hinzugefügt.
Zudem wurden die Zahlen der beiden Vormonate um bemerkenswerte 258.000 Stellen nach unten korrigiert. Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank wies darauf hin, dass die jüngsten Zölle die wirtschaftliche Entwicklung stärker bremsen als bislang angenommen.
Besonders enttäuschend wirkte sich die Quartalsbilanz von Amazon auf die Handelsplätze aus. Nach den positiven Vorlagen von Microsoft und Meta am Vortag konnten die neuesten Zahlen des Online-Riesen nicht überzeugen. Die Amazon-Aktie brach um sechs Prozent ein, bedingt durch enttäuschende Ergebnisse der Cloud-Computing-Sparte AWS.
Im Gegensatz dazu konnte Apple für seine Zahlen durchaus Lob von Analysten ernten. JPMorgan hob das gesteigerte Umsatzwachstum bei iPhone und Mac hervor. Dennoch zeigten sich Anleger von der insgesamt trüben Stimmung beeinflusst, sodass auch die Apple-Aktien um 0,5 Prozent nachgaben.
Im Segment der kleineren Titel sah sich Coinbase durch einen enttäuschenden Umsatzbericht im zweiten Quartal mit einem Kursrutsch von über 15 Prozent konfrontiert. Besonders erfreulich war hingegen der Kursanstieg von Reddit um 16 Prozent, da das Unternehmen ein besonders profitables Quartal verzeichnen konnte und für das kommende Quartal mit starkem Umsatz rechnet.
Hingegen ging es für die Titel des Impfstoffherstellers Moderna um knapp acht Prozent bergab, nachdem das Unternehmen die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigierte.

