Schüler ohne Ausbildungsträume: Ein Trend mit Folgen
Eine jüngste Umfrage der Bertelsmann-Stiftung hat aufgedeckt, dass ein erheblicher Anteil der Schüler nach dem Schulabschluss erst jobben möchte, statt direkt mit einer Ausbildung oder einem Studium zu beginnen. Besonders bei jungen Menschen mit niedrigerem Bildungsniveau besteht dieser Wunsch ausgeprägter, was zu einer Zunahme von ungelernten Arbeitskräften führen könnte.
Dennoch bleibt die duale Berufsausbildung die bevorzugte Option nach dem Schulabschluss, dicht gefolgt von akademischen Studien. Fast die Hälfte der befragten Schülerinnen und Schüler strebt eine Ausbildung an, während 40 Prozent ein Studium präferieren. Die verbleibenden Jugendlichen sind hingegen unschlüssig; mehr als die Hälfte kann sich vorstellen, zunächst arbeiten zu gehen, wobei 19 Prozent dies fest planen.
Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels sind diese Ergebnisse besorgniserregend. Helen Renk, Expertin der Bertelsmann-Stiftung, hebt die Gefahren hervor, die mit einem Verzicht auf reguläre Ausbildungen einhergehen: Ohne solche Qualifikationen steigt das Risiko der Arbeitslosigkeit oder einer Karriere im Niedriglohnsektor. Diese Entwicklung könnte nicht nur Nachteile für die Betroffenen, sondern auch Verluste an Potenzial für den Arbeitsmarkt bedeuten.
Als Hauptgrund gegen eine Ausbildung nannten die Schüler eine unzureichende Vergütung. Viele sehen in einem Studium eine vorteilhaftere Wahl, während andere sich einfach nicht gut genug vorbereitet fühlen. Etwa ein Drittel klagt über fehlende passende Ausbildungsstellen, während ein Viertel den schnellen Einstieg ins Berufsleben bevorzugt. Zudem geben 21 Prozent an, dass der gesellschaftliche Druck, ohne Ausbildung zu arbeiten, sie beeinflusst.

