Scalable Capital startet Kinderdepots – Fintech greift Trade Republic an
Der Münchener Neobroker Scalable Capital führt ab sofort Kinderdepots ein und eröffnet damit ein neues Kapitel im Wettstreit um Deutschlands junge Anleger. Eltern können künftig zwischen zwei Varianten wählen: dem klassischen Scalable Broker, bei dem sie das Portfolio selbst zusammenstellen, und Scalable Wealth, der automatisierten Vermögensverwaltung des Unternehmens.
Besonders attraktiv: Scalable erlässt sämtliche Gebühren bis zur Volljährigkeit des Kindes. Im Broker werden die laufenden Kosten (TER) bei 200 ETFs von iShares und Xtrackers erstattet, in Wealth entfällt die Verwaltungsgebühr vollständig – ein deutlich größerer Leistungsumfang als beim Konkurrenten Trade Republic, der nur drei ETFs gebührenfrei anbietet.
Steuerliche Vorteile für junge Sparer
Ein zentrales Verkaufsargument ist die integrierte Steueroptimierung. Kinder nutzen eigene Freibeträge – zusammen über 13.000 Euro steuerfreie Kapitaleinkünfte pro Jahr. Scalable Wealth automatisiert die Ausschöpfung dieser Freibeträge und passt das Portfolio zum Jahresende entsprechend an – ohne Zusatzkosten. Bislang mussten Eltern Depots auf ihren eigenen Namen führen, was steuerlich deutlich nachteiliger war.
Einziger Wermutstropfen: Kinder benötigen bei Scalable ein eigenes Konto beim Neobroker, was den Eröffnungsprozess etwas aufwendiger macht als bei traditionellen Banken.
Frühstart-Rente als Rückenwind
Der Zeitpunkt des Launches ist kein Zufall. Die Bundesregierung plant derzeit die sogenannte Frühstart-Rente – ein staatlich gefördertes Vermögensprogramm, bei dem Kinder zwischen sechs und 18 Jahren monatlich zehn Euro vom Staat erhalten sollen. Ob das Projekt tatsächlich im Januar 2026 startet, ist allerdings offen: Das Finanzministerium denkt über eine Verwaltung des Fonds durch den staatlichen Kenfo an – ohne Beteiligung privater Anbieter wie Scalable oder Trade Republic.
Scalable-Mitgründer Erik Podzuweit zeigt sich dennoch überzeugt: „Mit dem demografischen Wandel geht die Rentenformel nicht mehr auf. Private Vorsorge ist kein Luxus, sondern zwingend notwendig.“
Rollout startet schrittweise
Die neue Funktion wird nach und nach in den Apps freigeschaltet, sodass es noch etwas dauern kann, bis alle Kunden ein Kinderdepot eröffnen können. Mit dem Angebot positioniert sich Scalable Capital klar als Vorreiter im Segment der digitalen Altersvorsorge für Kinder – und erhöht den Druck auf die Konkurrenz.


