SAP: Wachstumserwartungen gedämpft trotz solider Quartalszahlen

SAPs Wachstumsperspektiven im Fokus
Der deutsche Softwaregigant SAP sieht sich in diesem Jahr mit einem verlangsamten Geschäftswachstum konfrontiert, trotz der anhaltend hohen Nachfrage nach seinen Cloudlösungen. Laut den jüngsten Mitteilungen des Dax-Konzerns wird der währungsbereinigte Gesamtumsatz in diesem Jahr voraussichtlich nur auf dem Niveau von 2025 stagnieren, mit einer stärkeren Wachstumsdynamik erst ab 2027. Diese vorsichtige Prognose ist stark abhängig von der geopolitischen Stabilität, insbesondere der Situation im Nahen Osten.
Im ersten Quartal 2023 konnte SAP jedoch besser als erwartet abschneiden. Die Erlöse aus Cloudsoftware und der Gewinn übertrafen die durchschnittlichen Schätzungen der Analysten, was zu einer positiven Marktreaktion führte. Die SAP-Aktie stieg am Freitag um über sechs Prozent, obwohl sie seit Jahresbeginn bereits 28 Prozent an Wert verloren hat und in den letzten zwölf Monaten fast 38 Prozent eingebüßt hat.
Analyst Charles Brennan von Jefferies hebt hervor, dass das erste Quartal für SAP überraschend stark war. Dennoch könnte die Erwähnung der Belastungen durch den Nahost-Konflikt die positive Marktreaktion zeitlich begrenzen. Mohammed Moawalla von Goldman Sachs bemerkte, dass die erwarteten Umsätze aus Cloud-Verträgen für die nächsten zwölf Monate besser als prognostiziert ausfielen, doch größere Anpassungen der Markterwartungen sind nicht zu erwarten.
Der Gesamtumsatz des Unternehmens wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent auf nahezu 9,6 Milliarden Euro, wobei die Cloud-Erlöse um 19 Prozent anstiegen. Besonders bemerkenswert ist der Anstieg des erwarteten Umsatzes aus Cloud-Verträgen, der um 20 Prozent auf 21,9 Milliarden Euro Ende März kletterte. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 17 Prozent auf fast 2,9 Milliarden Euro, während der Nettogewinn um 8 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro zulegte.
Konzernchef Christian Klein betont die Rolle der Künstlichen Intelligenz als Treiber des Wachstums im Unternehmenssektor. „Wir wachsen deutlich schneller als der Markt und erweitern kontinuierlich unsere Marktanteile“, sagte er. Die steigende Nachfrage nach KI-Lösungen und weiteren Angeboten aus der SAP-Suite ist ein positives Signal für die zukünftige Entwicklung.
Dennoch warnte das Management, dass die positive Entwicklung des ersten Quartals nicht ohne Herausforderungen bleiben wird. Das Wachstum der Cloud-Erlöse könnte im zweiten Quartal nachlassen, und das bereinigte operative Ergebnis profitierte im ersten Quartal von einem Rückgang der Kosten für anteilsbasierte Vergütungen. Zudem belastete ein Vergleich mit Teradata in den USA SAP mit über 400 Millionen Euro, was den Barmittelfluss beeinträchtigte.
Für das Gesamtjahr erwartet Klein weiterhin ein währungsbereinigtes Wachstum der Cloud-Erlöse zwischen 23 und 25 Prozent. Der Gesamtumsatz, der 2025 um 11 Prozent wuchs, soll in ähnlichem Maße stagnieren. Die angestrebte Beschleunigung des Wachstums wird erst für 2027 in Aussicht gestellt. Dennoch bleibt das Betriebsergebnis für 2026 mit einem währungsbereinigten Anstieg von 14 bis 18 Prozent auf Kurs.
Die Unsicherheiten durch den Konflikt im Persischen Golf werfen Fragen auf, deren Auswirkungen auf SAPs Geschäft noch nicht klar abzuschätzen sind. Das Management räumt ein, dass anhaltende oder sich verschärfende Konflikte möglicherweise erhebliche negative Folgen für das Unternehmen haben könnten, was Investoren und Marktbeobachter mit Sorge erfüllt.

