Sanierungsstau auf deutschen Verkehrswegen: Zeit für größeres Tempo
Über 25.000 Kilometer Fahrbahn auf deutschen Fernstraßen sind laut einer aktuellen Mitteilung des Bundesverkehrsministeriums sanierungsbedürftig. Auf Anfrage des Linken-Abgeordneten Dietmar Bartsch wurden Details bekannt, dass etwa ein Drittel der Bundesstraßen und ein Fünftel der Autobahnen Schäden aufweisen. Spezifisch sind 13.600 Kilometer der Bundesstraßen sowie 11.000 Kilometer der Autobahnen von Reparaturbedarf betroffen.
Darüber hinaus erfordert der Schienenverkehr in Deutschland dringende Aufmerksamkeit: 17.285 Kilometer Schienen und 1.156 Eisenbahnbrücken benötigen eine Überholung. Seit 2022 hat sich die Anzahl der sanierungsbedürftigen Schienenkilometer kaum geändert, was auf einen stagnierenden Fortschritt hindeutet. Die Zahl der Brücken in der schlechtesten Zustandskategorie blieb ebenfalls nahezu unverändert, was die Notwendigkeit einer raschen Lösung verdeutlicht.
Bemerkenswerterweise bietet das Bundesverkehrsministerium keine Auskunft zur Entwicklung des Straßenzustands seit 2022, sondern verweist nur auf 212 modernisierte Brücken-Teilbauwerke an Autobahnen im Jahr 2024. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Einstufung als sanierungsbedürftig nicht zwingend große Schäden bedeutet, sondern von kleinen Oberflächenmaßnahmen bis zu grundlegenden Erneuerungen reichen kann.
Die aktuelle Bundesregierung hat ehrgeizige Infrastrukturinvestitionen geplant, finanziert über ein milliardenschweres Sondervermögen. Doch die Maßnahmen stoßen auf Kritik: Dietmar Bartsch fordert ein wesentlich schnelleres Vorgehen, um die maroden Verkehrswege zu modernisieren. Er appelliert an die Regierung, das aktuelle Schneckentempo zu beschleunigen, um einem drohenden Standortnachteil entgegenzuwirken.

