Russlands Vorschläge für Waffenruhe in Istanbul: Optionen und Forderungen
Im jüngsten Ringen um Frieden zwischen Russland und der Ukraine wurden in Istanbul neue Vorschläge seitens der russischen Delegation präsentiert. Zwei Varianten stehen dabei zur Diskussion, die beide auf eine Waffenruhe abzielen und Einfluss auf die militärische Situation in den umkämpften Gebieten haben könnten.
Die erste Option zielt auf einen vollständigen Abzug ukrainischer Streitkräfte aus den von Russland beanspruchten Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson ab. Diese Gebiete stehen derzeit unter teilweise russischer Kontrolle, während die Hauptstädte Cherson und Saporischschja nach wie vor von der Ukraine gehalten werden.
Die Alternativvariante schlägt eine Unterbrechung der Kampfhandlungen entlang des aktuellen Frontverlaufs vor. Hierbei soll die Ukraine ihre Mobilmachung einstellen und auf den Bezug ausländischer Waffen verzichten. Eine neu zu gründende gemeinsame Einrichtung soll die Einhaltung der Waffenruhe überwachen.
Von ukrainischer Seite wird außerdem gefordert, Sabotageakte auf russischem Boden zu unterbinden und innerhalb von 100 Tagen nach Beendigung des Kriegsrechts Wahlen durchzuführen. Diese diplomatische Initiative folgt auf eine zweite Gesprächsrunde in Istanbul, bei der beide Staaten Memoranden austauschten, die allerdings weit voneinander entfernt liegen.
Ein grundsätzlicher Konsens für eine 30-tägige bedingungslose Waffenruhe wird von der Ukraine als Grundvoraussetzung für weitere Verhandlungen gesehen. Schon 2022 waren ähnliche Friedensgespräche kurz nach Beginn der militärischen Auseinandersetzungen gescheitert, doch die Hoffnung auf ein Ende des Konflikts bleibt bestehen.

