Rüstungsindustriegiganten im Gespräch: NVL und Rheinmetall sondieren Zukunftsperspektiven
Der Bremer Schiffsbauer Naval Vessels Lürssen (NVL) sieht sich im Zuge einer möglichen Konsolidierung im Dialog mit potenziellen Partnern. Dies bestätigt ein internes Schreiben an die Belegschaft des Unternehmens. Hintergrund sind Berichte verschiedener Medien, die den deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall als Interessenten für eine Übernahme der militärisch ausgerichteten Werften von Lürssen nennen. Offizielle Stellungnahmen blieben von Seiten beider Unternehmen zunächst aus.
Ungeachtet dessen wandte sich NVL an seine Mitarbeiter und hob die gestiegene Anerkennung im Bereich der Verteidigungsindustrie hervor, die angesichts der aktuellen Bedrohungslage zugenommen habe. Man sei aufgerufen, sich schnell zu überlegen, welche Beiträge zur Verbesserung der nationalen Wehrhaftigkeit geleistet werden könnten. Vor diesem Kontext sind die Konsolidierungsgespräche mit potenziellen Partnern intensiviert worden, jedoch halten sich bisher konkrete Ergebnisse in der Schwebe.
Rheinmetall wahrt ebenfalls Diskretion in Bezug auf die Verhandlungen. "Unsere Kommunikation erfolgt erst bei Entscheidungen," erklärte Vorstandschef Armin Papperger während einer Veranstaltung in Unterlüß. Obwohl das Unternehmen selbst keine Schiffe baut, gibt es bereits Geschäftsbeziehungen zur Marine, etwa durch Schiffsgeschütze und Lasermodule.
Das Thema Zusammenschlüsse steht schon länger auf der Agenda. Seit Oktober 2021 hat die private Werftengruppe Lürssen ihre Geschäftsfelder in die Marinesparte NVL und die Jachtsparte aufgeteilt. Zu NVL gehören in Deutschland vier Werftstandorte, darunter die Peene-Werft in Wolgast und die Norderwerft in Hamburg.

