Rückschlag bei Orforglipron: Eli Lilly kämpft um Anlegervertrauen
Für den amerikanischen Pharmakonzern Eli Lilly lief der Start in den Handel am Donnerstag schwierig: Vorbörslich geriet die Aktie stark unter Druck, nachdem Ergebnisse einer Studie zur Abnehmpille Orforglipron veröffentlicht wurden. Diese enttäuschten die Erwartungen der Wall Street und lösten eine Verkaufswelle aus, die zeitweise bis zu 14 Prozent Kursverlust bedeutete. Doch die anschließende Veröffentlichung positiver Quartalszahlen und eines optimistischeren Jahresausblicks dämpfte den Einbruch auf 7,4 Prozent, wobei der Aktienkurs zuletzt bei 691 US-Dollar lag.
Im Gegensatz dazu erlebte Novo Nordisk in Kopenhagen aufgrund der gleichen Details einen positiven Schub. Hier stiegen die Aktien um 8,7 Prozent auf 314,80 dänische Kronen. Orforgliprons Wirksamkeit erreichte in der entscheidenden Phase-III-Studie lediglich den unteren Rand der Erwartungen – anders als erhofft, war das Medikament nicht so effektiv wie Novo Nordisks vergleichbares Produkt, die Abnehmspritze Wegovy. Die Studienteilnehmer verloren durchschnittlich nur etwa 11 Prozent ihres Körpergewichts.
Analystenmeinungen zu dieser Lage fielen differenziert aus. JPMorgan-Analyst Chris Schott erklärte den Druck auf Eli Lilly als übertrieben und verwies auf beeindruckende Quartalszahlen und eine optimistische Jahresprognose. Für ihn stellt die momentane Kursabschreibung eine attraktive Kaufgelegenheit dar. Auch Derren Nathan von Hargreaves Lansdown mahnt, Eli Lillys starker Vermarktungsreputation weiter Vertrauen zu schenken.
Im Hintergrund dieser Ereignisse steht der Boom rund um GLP-1-basierte Diabetiker- und Abnehmmittel, der sowohl Novo Nordisk als auch Eli Lilly in den letzten Jahren in ungeahnte Höhen trieb. Die Aktie von Novo Nordisk erlebte einen sensationellen Anstieg von fast 400 Prozent bis Mitte 2024. Doch der Konkurrenzdruck im Markt für diese Medikamente hat dem Unternehmen zuletzt zugesetzt, was auch den Aktienwert erheblich belastete. Ähnlich erging es Eli Lilly, dessen Aktienkurs seit seinem Höhepunkt um fast 30 Prozent zurückging, trotz des beeindruckenden Wachstums zwischen 2020 und 2024.

