Rohölpreise im Sinkflug, aber Tankstellen ziehen nicht mit
Der bemerkenswerte Rückgang der Rohölpreise aufgrund der Zollmaßgaben von US-Präsident Donald Trump hat bislang nur einen geringen Einfluss auf die Preise an den deutschen Tankstellen gehabt. Laut Auskunft des ADAC verringerte sich der Preis für Superbenzin E10 innerhalb einer Woche nur um bescheidene 1,4 Cent und lag im deutschlandweiten Tagesdurchschnitt bei 1,689 Euro pro Liter.
Diesel folgte mit einem Preisnachlass von 1,1 Cent auf 1,591 Euro. Dies steht in krassem Kontrast zu der Entwicklung am Rohölmarkt, wo die Preise um beträchtliche 12 Dollar zurückgegangen sind. Obwohl der Ölpreis als wesentlicher Einflussfaktor für die Treibstoffpreise gilt, ist der Preisrückgang an den Tankstellen weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
Im Zuge der Umsetzung des US-Zollpakets haben die Ölpreise einen Tiefststand erreicht, der zuletzt im Jahr 2021 verzeichnet wurde. Die Nordseesorte Brent fiel im frühen Handel um rund vier Prozent, das entspricht 2,42 Dollar, auf 60,40 Dollar pro Barrel. Erstmals seit Februar 2021 sank der Preis am Mittag sogar unter die 60-Dollar-Marke.
Der ADAC bemängelt, dass die Kraftstoffpreise nicht entsprechend der gefallenen Ölpreise gesenkt wurden, und fordert die Mineralölkonzerne auf, die Preisvorteile schneller an die Verbraucher weiterzugeben. Ein starker Euro, der den Einkauf von in Dollar gehandeltem Rohöl verbilligt, unterstreicht den Bedarf nach einer Preisreduktion an der Zapfsäule.

