Robuste Weltwirtschaft könnte Schwellenländern Auftrieb verleihen

Die französische Bank Societe Generale sieht angesichts der weiter wachsenden Weltwirtschaft insbesondere Aktien und Anleihen aus Schwellenländern im Aufwind. Diese profitieren laut den Analysten von einer soliden Haushaltspolitik sowie einem erwarteten Rückenwind durch die Geldpolitik. Auch Börsen in entwickelten Volkswirtschaften zeigen noch Potenzial, wenngleich eine vorsichtigere US-Geldpolitik die positive Entwicklung beeinträchtigen könnte.
Experten der Societe Generale hegen Optimismus für die globale Konjunktur, was sich günstig auf die Aktienmärkte auswirkt. Trotz einer leichten Konsumabschwächung soll das Wachstum in den USA nur marginal von 2,2 auf 1,7 Prozent sinken, so Volkswirt Michel Martinez. Bereits 2027 wird erneut mit Wachstumsraten über zwei Prozent gerechnet.
Ein Motor des globalen Wachstums bleibt der Technologiesektor, insbesondere Investitionen in Künstliche Intelligenz. Die Hoffnung liegt hier auf Produktivitätsschüben, die die Weltwirtschaft weiter ankurbeln. Dabei entfalten Geld- und Fiskalpolitik in Schwellenländern aufgrund ihrer geringen Schuldenlast mehr Wirkungen als in Industrieländern.
Alain Bokobza von der Societe Generale betont, dass die Verschuldung der Schwellenländer nur die Hälfte derjenigen der USA beträgt, was ihnen Spielraum bei geldpolitischen Maßnahmen eröffnet. Insbesondere asiatische Märkte wie Indien und Thailand könnten durch Zinssenkungen attraktiver werden als ihre Pendants in den Industrieländern.
Das positive Szenario der Societe Generale basiert auf der Erwartung, dass die Fed unter Kevin Warsh die Zinsen 2023 noch senken wird. Sollte dies nicht geschehen, könnte der US-Dollar im Vergleich zu Schwellenländerwährungen an Wert gewinnen, was Gelder in die USA umlenken und Schwellenländer-Märkte negativ beeinflussen würde.

