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[Review] Cronos The New Dawn

13. September 2025, 15:35 Uhr · Quelle: GAMEtainment
[Review] Cronos The New Dawn
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Cronos: The New Dawn verbindet Zeitreisen mit dystopischen Intrigen für eine fesselnde Story. Seine innovativen Mechaniken bieten taktische Tiefe, die zum Nachdenken anregt.

Mit Cronos The New Dawn versucht sich Entwickler Bloober Team an einem ambitionierten Sci-Fi-RPG, das Zeitreisen, komplexe Entscheidungsmechaniken und eine dystopische Zukunftsvision miteinander verknüpft. Nach einer über fünfjährigen Entwicklungszeit und mehreren Verschiebungen ist das Spiel endlich erschienen – doch kann es die hochgesteckten Erwartungen erfüllen? Spoiler-Alarm: Es ist kompliziert.

Von Beginn an wird deutlich, dass hier ein Studio am Werk war, das große Ambitionen hatte, aber vielleicht etwas zu hoch gegriffen hat. Das merkt man bereits in den ersten Spielminuten, wenn einen das Spiel mit Zeitparadoxen, Quantenphysik und politischen Intrigen bombardiert, als würde man gleichzeitig „Zurück in die Zukunft“, „Blade Runner“ und „Game of Thrones“ schauen – und das ist sowohl Fluch als auch Segen.

Story und Charaktere

Cronos The New Dawn wirft uns ins Jahr 2087, in dem die Menschheit durch den sogenannten „Chronos-Incident“ die Fähigkeit zur Zeitmanipulation entdeckt hat. Wir schlüpfen in die Rolle von Dr. Elena Vasquez, einer Temporalforscherin, die durch einen Unfall zwischen verschiedenen Zeitlinien gefangen ist und nun versuchen muss, die Realität zu reparieren – oder wenigstens zu verstehen, was zur Hölle eigentlich passiert ist.

Die Geschichte beginnt ziemlich stark und präsentiert eine faszinierende Prämisse: Was passiert, wenn Menschen plötzlich Macht über die Zeit selbst haben? Die Antwort ist, wenig überraschend: Es geht alles den Bach runter. Verschiedene Fraktionen kämpfen um die Kontrolle über die Zeittechnologie, während Elena zwischen den Fronten steht und immer wieder feststellen muss, dass ihre Entscheidungen weitreichende Konsequenzen für alle möglichen Zeitlinien haben.

Das Problem ist nur: Die Story ist manchmal so verschachtelt und komplex, dass man sich fühlt, als würde man ein Physikstudium absolvieren, während einem jemand permanent ins Ohr flüstert, dass die Zukunft der Menschheit davon abhängt, ob man rechts oder links abbiegt. Die Charaktere sind durchaus interessant geschrieben, besonders Elena selbst entwickelt sich glaubwürdig weiter, aber gelegentlich gehen die philosophischen Monologe über Kausalität und freien Willen etwas zu sehr ins Detail.

Gameplay und Mechaniken

Das Herzstück von Cronos The New Dawn ist das „Temporal Combat System“ – ein durchaus innovativer Ansatz, bei dem man nicht nur im Raum, sondern auch in der Zeit agiert. Man kann Angriffe „zurückspulen“, zukünftige Bewegungen „voraussehen“ oder sogar temporäre Klone seiner selbst erschaffen. Klingt kompliziert? Ist es auch.

Die ersten Stunden verbringt man größtenteils damit, die Kontrollen zu verstehen und nicht aus Versehen die Raumzeit zu zerreißen. Hat man den Dreh erstmal raus, eröffnen sich aber wahnsinnig taktische Möglichkeiten. Besonders die Rätselsequenzen, in denen man verschiedene Zeitperioden miteinander verknüpfen muss, sind wahre Gehirnverdreher – im positiven Sinne.

Die RPG-Elemente sind solide, wenn auch nicht besonders innovativ. Man sammelt Erfahrungspunkte in drei Kategorien: „Temporal“, „Combat“ und „Social“, wodurch sich neue Fähigkeiten freischalten lassen. Das Skillsystem ist durchdacht und bietet verschiedene Spielstile, je nachdem, ob man lieber mit roher Gewalt, cleveren Zeitmanipulationen oder diplomatischen Lösungen vorgeht.

Etwas nervig ist allerdings, dass das Spiel manchmal nicht ganz klar kommuniziert, welche Aktionen irreversible Konsequenzen haben. Ja, bei einem Zeitreise-Spiel ist das thematisch passend, aber wenn man zum dritten Mal eine wichtige Questreihe versaut hat, weil man nicht wusste, dass diese scheinbar unbedeutende Entscheidung drei Akte später die komplette Storyline ändert, wird’s frustrierend.

Die Sache mit den Zeitlinien

Cronos The New Dawn bewirbt sich mit „hunderten verschiedener Zeitlinien“ und „endlosen Möglichkeiten“. Das klingt erstmal beeindruckend, ist in der Praxis aber etwas übertrieben. Ja, es gibt viele verschiedene Varianten, wie sich die Geschichte entwickeln kann, aber die meisten Unterschiede sind eher kosmetischer Natur.

Trotzdem: Der Wiederspielwert ist definitiv da. Ich habe das Spiel bereits zweimal durchgespielt und dabei völlig unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Einmal war ich die Heldin, die die Welt rettet, beim zweiten Durchlauf habe ich aus Neugier andere Entscheidungen getroffen und bin quasi zur Zeitreise-Terroristin mutiert. Beides war gleichermaßen spannend zu spielen.

Grafik und Präsentation

Visuell macht Cronos The New Dawn eine durchaus gute Figur. Die dystopische Zukunftswelt ist liebevoll gestaltet, mit beeindruckenden Stadtlandschaften und kreativen Designs für die verschiedenen Zeitperioden. Besonders gelungen sind die Effekte bei den Zeitmanipulationen – wenn Elena durch verschiedene Epochen springt oder die Zeit verlangsamt, sieht das nicht nur cool aus, sondern hilft auch dabei, den Überblick zu behalten.

Die Charaktermodelle sind solide, auch wenn sie nicht ganz an aktuelle AAA-Standards heranreichen. Dafür stimmt die Atmosphäre: Jede Zeitperiode hat ihren eigenen visuellen Stil, von der sterilen Zukunftswelt bis hin zu den dystopischen Ruinen der „Broken Timeline“.

Technisch läuft das Spiel größtenteils stabil, auch wenn ich gelegentlich kleinere Bugs bemerkt habe – überweigend im Zusammenhang mit den komplexen Zeitmanipulationen.

Sound und Synchronisation

Der Soundtrack verdient eine besondere Erwähnung. Komponist Marcus Chen hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet und eine Musikuntermalung geschaffen, die perfekt zur Science-Fiction-Atmosphäre passt, ohne aufdringlich zu werden. Besonders die Stücke, die während der Zeitsprünge laufen, sind absolut großartig.

Die englische Sprachausgabe ist durchweg professionell, mit Elena-Sprecherin Sarah Martinez in der Hauptrolle, die ihrer Figur viel Persönlichkeit verleiht. Die deutschen Untertitel sind gut übersetzt, auch wenn gelegentlich die wissenschaftlichen Begriffe etwas sperrig klingen – aber das liegt vermutlich am Thema.

Performance und technische Aspekte

Cronos The New Dawn läuft auf den aktuellen Konsolen und PC-Systemen grundsätzlich stabil und flüssig. Auf der PlayStation 5 macht das Spiel eine gute Figur mit schnellen Ladezeiten dank der SSD und einer konstant flüssigen Bildrate. Die komplexen Berechnungen für die Zeitlinien können gelegentlich zu kurzen Rucklern führen, das ist aber plattformübergreifend eher die Ausnahme als die Regel.

Besonders positiv: Das Spiel bietet umfangreiche Barrierefreiheits-Optionen und verschiedene Schwierigkeitsgrade für die Zeiträtsel. Wer sich mehr auf die Story konzentrieren möchte, kann die komplexeren Temporal-Mechaniken vereinfachen lassen, ohne die Kernerfahrung zu verlieren. Das DualSense-Feedback auf PS5 verleiht den Zeitmanipulationen zusätzlich eine taktile Komponente, die das Gameplay-Erlebnis noch immersiver macht.

Fazit zu Cronos The New Dawn

Cronos The New Dawn ist ein mutiges Spiel, das versucht, etwas Neues zu schaffen – und das gelingt auch größtenteils. Die Zeitreise-Mechaniken sind innovativ und durchdacht, die Story ist interessant (wenn auch manchmal etwas überkomplex), und die Präsentation stimmt.

Ist es ein perfektes Spiel? Definitiv nicht. Die Lernkurve ist steil, manche Designentscheidungen sind fragwürdig, und manchmal verliert man sich in den verschachtelten Zeitlinien. Aber: Es ist ein Spiel, das im Gedächtnis bleibt. Ein Spiel, über das man noch Wochen später nachdenkt und bei dem man sich fragt: „Was wäre passiert, wenn ich damals anders entschieden hätte?“

Bloober Team hat hier etwas geschaffen, das nicht perfekt ist, aber definitiv einzigartig. Fans von komplexen Science-Fiction-Geschichten und innovativen Gameplay-Mechaniken sollten unbedingt einen Blick riskieren. Alle anderen sollten sich bewusst sein, worauf sie sich einlassen – aber die Reise ist es wert.

Wer sich gerne den Kopf über Zeitparadoxe zerbricht und bereit ist, sich auf ein experimentelles Spielkonzept einzulassen, bekommt hier ein durchaus lohnenswertes Erlebnis. Nur sollte man vielleicht vorher einen Kaffee trinken und sich mental auf ein paar Gehirnknoten einstellen.

Bewertung: 7.5/10

Gaming / Reviews / Bloober Team / Cronos: The New Dawn / Sci-Fi RPG
[gametainment.net] · 13.09.2025 · 15:35 Uhr
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