Politische Spannungen auf dem WEF: Grönland im Mittelpunkt der US-EU-Debatte
Europas führende Politiker nutzen das Weltwirtschaftsforum in Davos, um sich den aktuellen geopolitischen Herausforderungen zu stellen. Am Eröffnungstag des offiziellen Programms stehen bedeutende Reden von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im Fokus, wobei die Annexionspläne von US-Präsident Donald Trump für Grönland ein heiß diskutiertes Thema sind. Grenzenlose Spannung herrscht bei den rund 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, ob und wie sich die Politikgrößen auf der zentralen Bühne des WEF äußern werden.
Zeitgleich wird Trump dort erwartet, nachdem er abermals neue Zölle angedroht hat, sollte Europa die Übernahme Grönlands weiter behindern. Sowohl Dänemark als auch Grönland selbst lehnen die Besitzansprüche Trumps entschieden ab. Der in Davos anwesende US-Finanzminister Scott Bessent hat die EU bereits vor Vergeltungsmaßnahmen gewarnt. Eine öffentliche Befragung durch einen Trump-freundlichen Nachrichtensender steht ihm noch bevor. In der Diskussion über den europäischen Kurs in dieser Angelegenheit fragt der Europarats-Generalsekretär Alain Berset, ob es immer sinnvoll sei, 'cool' zu bleiben.
Er fordert eine stärkere Haltung Europas und unterstreicht die Bedeutung des Völkerrechts in einem Gastbeitrag für die 'New York Times'. Die Ereignisse rund um Grönland könnten entscheidend für die Festlegung dieser Prinzipien sein. In der Umgebung gibt es Widerstand gegen Trump und das WEF, wie eine Demonstration in Zürich zeigt, die in Auseinandersetzungen mit der Polizei mündete. Unter dem Motto 'Im Geiste des Dialogs' wird die Tagung auch von anderen prominenten Stimmen bestimmt. Deutsche, kanadische und chinesische Spitzenpolitiker sollen ihre Sichtweisen darlegen, während UN-Generalsekretär António Guterres durch Krankheit verhindert ist.
Der iranische Außenminister wurde aufgrund der politischen Lage in seinem Land ausgeladen. Die globale Wirtschaftslage beeinflusst die Stimmung der Topmanager erheblich. Eine PwC-Umfrage zeichnet ein Bild von Pessimismus bezüglich der kurzfristigen Umsatzerwartungen. Der Chef von Oliver Wyman, Nick Studer, zeigt jedoch Entschlossenheit und plädiert für eine kontinuierliche Globalisierung trotz bestehender Hindernisse. Unternehmen sollten sich auf eine Ära der Unsicherheit einstellen und ihre Strategien entsprechend anpassen.

