Deutsche Exporte in die USA brechen ein

20. Januar 2026, 09:25 Uhr · Quelle: dts Nachrichtenagentur
Containerschiff in Wilhelmshaven (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur
Containerschiff in Wilhelmshaven (Archiv)
Deutsche Exporte in die USA fielen 2025 um 9,4 Prozent, was den bilateralen Handelsüberschuss schrumpfen ließ.

Wiesbaden - Infolge der Zollpolitik der US-Regierung haben sich die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und den USA im Jahr 2025 deutlich abgeschwächt. Von Januar bis November 2025 exportierte Deutschland Waren im Wert von rund 135,8 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mit. Demnach sanken die Exporte in die USA damit um 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Januar bis November 2024: 149,9 Milliarden Euro). Die Importe aus den USA stiegen dagegen um 2,2 Prozent auf 86,9 Milliarden Euro.

Im Vergleich zum Warenhandel insgesamt entwickelte sich der Handel mit den USA laut Destatis sowohl exportseitig als auch importseitig unterdurchschnittlich: Mit einem Warenwert von 1.444,3 Milliarden Euro verzeichneten die deutschen Exporte insgesamt von Januar bis November 2025 nicht kalender- und saisonbereinigt ein leichtes Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die deutschen Importe insgesamt legten im selben Zeitraum nicht kalender- und saisonbereinigt um 4,2 Prozent auf 1.260,8 Milliarden Euro zu.

Der Exportrückgang und das Importplus ließen den Exportüberschuss Deutschlands im Handel mit den USA in den ersten elf Monaten des Jahres 2025 auf 48,9 Milliarden Euro schrumpfen, so die Statistiker. Dies ist der niedrigste Wert für diesen Zeitraum seit dem Pandemiejahr 2021. Im Vorjahreszeitraum 2024 war der Überschuss noch auf einem Rekordhoch von 64,8 Milliarden Euro. Trotz dieses Rückgangs um 24,6 Prozent blieben die USA in den ersten elf Monaten des Jahres 2025 das Land, mit dem Deutschland den weltweit höchsten Handelsbilanzüberschuss erzielte.

Die für Deutschland wichtigsten Exportbranchen verzeichneten nach Angaben des Bundesamts im US-Geschäft 2025 zum Teil deutliche Einbußen. Wichtigste Exportgüter in die USA waren weiterhin Kraftwagen und Kraftwagenteile. Der Wert dieser Ausfuhren von Januar bis November 2025 sank jedoch um 17,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 26,9 Milliarden Euro. Ein leichtes Plus zeigte sich dagegen bei pharmazeutischen Erzeugnissen, deren Exporte in die USA im selben Zeitraum um 0,7 Prozent auf 26,2 Milliarden Euro zunahmen.

Der Export von Maschinen in die USA ging zurück: um 9,0 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro. Dahinter folgten die Exporte von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen in die USA mit einem Wert von 11,1 Milliarden Euro und einem Minus von 6,1 Prozent gegenüber den ersten elf Monaten 2024. Die Exporte von elektrischen Ausrüstungen (9,8 Milliarden Euro, -0,6 Prozent) und chemischen Erzeugnissen (8,1 Milliarden Euro, -14,2 Prozent) waren ebenfalls rückläufig.

Bei den Importen aus den USA nach Deutschland spielten pharmazeutische Erzeugnisse die größte Rolle, so die Wiesbadener Behörde. Diese Warengruppe verzeichnete von Januar bis November 2025 einen Zuwachs von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 13,7 Milliarden Euro. Zuwächse gab es im selben Zeitraum auch bei den Einfuhren sonstiger Fahrzeuge (11,2 Milliarden Euro, +26,5 Prozent). Hierunter fallen vor allem Luft- und Raumfahrzeuge sowie Schienenfahrzeuge oder Schiffe.

Gestiegen sind auch die Importe von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen (9,1 Milliarden Euro, +6,7 Prozent). Dahinter folgten die rückläufigen Importe von Erdöl und Erdgas aus den USA (8,6 Milliarden Euro, -13,5 Prozent) sowie die von chemischen Erzeugnissen (7,1 Milliarden Euro, -1,7 Prozent) und Maschinen (6,3 Milliarden Euro, -0,7 Prozent).

Wegen der geringeren Exporte aus Deutschland verloren die USA ihre im Jahr 2024 gewonnene Position als wichtigster Handelspartner Deutschlands laut Destatis wieder an China - gemessen am Gesamtwert aller Exporte und Importe. So lag der Außenhandelsumsatz mit den USA im Zeitraum von Januar bis November 2025 bei insgesamt 222,8 Milliarden Euro. Damit rangierten die Vereinigten Staaten hinter China, dessen Handelsumsatz mit Deutschland vor allem wegen des großen Importvolumens aus der Volksrepublik bei gut 230,8 Milliarden Euro lag.

Anders als der Handel zwischen Deutschland und den USA hat der Handel zwischen der Europäischen Union (EU) und den USA im zurückliegenden Jahr überdurchschnittlich zugelegt, erklärten die Statistiker. Laut EU-Statistikbehörde Eurostat exportierten die 27 EU-Mitgliedstaaten von Januar bis November 2025 Waren im Wert von 515,9 Milliarden Euro in die USA. Das waren 4,7 Prozent mehr als von Januar bis November 2024 mit damals 492,9 Milliarden Euro. Das Plus ist allerdings fast ausschließlich auf die stark gestiegenen Exporte Irlands in die USA zurückzuführen (+60,6 Prozent). 20 der 27 EU-Mitgliedstaaten verzeichneten im selben Zeitraum dagegen rückläufige Exporte in die USA.

Die Importe der EU aus den USA stiegen im selben Zeitraum um 4,9 Prozent von 310,5 Milliarden Euro auf 325,8 Milliarden Euro. Hier geht das Plus zu einem großen Teil auf die gestiegenen Einfuhren Italiens aus den USA zurück (+34,4 Prozent). Zum Vergleich: Die weltweiten Exporte der EU insgesamt stiegen im selben Zeitraum um 2,0 Prozent auf 2.429,0 Milliarden Euro, die EU-Importe insgesamt nahmen um 2,3 Prozent auf 2.306,6 Milliarden Euro zu.

Die Warenexporte der EU in die USA überstiegen weiterhin deutlich deren Importe von dort. Die EU konnte ihren Exportüberschuss im Handel mit den USA in den ersten elf Monaten des Jahres 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,2 Prozent von 182,4 Milliarden Euro auf 190,1 Milliarden Euro steigern.

Das Plus im Exportgeschäft der EU mit den Vereinigten Staaten beruht vor allem auf der gestiegenen Ausfuhr von pharmazeutischen Erzeugnissen. Der Wert der Pharma-Exporte von Januar bis November 2025 lag bei 158,6 Milliarden Euro und damit um 33,3 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum (119,0 Milliarden Euro). Auch bei den Importen der EU aus den Vereinigten Staaten gab es den wertmäßig größten Anstieg bei den pharmazeutischen Erzeugnissen. Ihr Importwert erhöhte sich im selben Zeitraum um 26,0 Prozent auf 56,5 Milliarden Euro (Januar bis November 2024: 44,9 Milliarden Euro).

Im Handel der EU mit den USA bildeten pharmazeutische Erzeugnisse sowohl im Export als auch im Import die jeweils größte Warengruppe. Irland war dabei unter den EU-Staaten der mit Abstand größte Exporteur pharmazeutischer Erzeugnisse in die USA. Größter EU-Importeur von pharmazeutischen Erzeugnissen aus den USA war Italien.

Wirtschaft / USA / Wirtschaftskrise / Industrie / Handel / Exporte / Destatis
20.01.2026 · 09:25 Uhr
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