Rettungsarbeiten nach Dacheinsturz in Riga unterbrochen

23. November 2013, 19:09 Uhr · Quelle: dpa

Riga (dpa) - Nach dem Dacheinsturz in einem Einkaufszentrum in Riga mit mindestens 54 Toten schwindet die Hoffnung, Überlebende zu finden. Die Rettungsarbeiten an der Unglücksstelle wurden am Samstagabend aus Sicherheitsgründen unterbrochen.

Zuvor war ein weiterer Teil des Daches eingestürzt, dabei wurde aber niemand verletzt. «Um die Rettungsarbeiten fortsetzen zu können, müssen wir die Sicherheit der Helfer gewährleisten können», sagte der Leiter der staatlichen Rettungsdienst. Bei der Bergung der Opfer waren auch drei Feuerwehrmänner getötet worden. Noch immer werden mehr als zehn Menschen vermisst, mehr als 20 wurden verletzt. In Lettland begann eine dreitägige Staatstrauer.

Die genaue Unglücksursache stand auch zwei Tage nach dem Drama nicht fest. Nach Angaben von Innenminister Rihards Kozlovskis gebe es Anzeichen dafür, dass gegen Bauvorschriften verstoßen worden sei. Der lettische Polizeichef nannte drei mögliche Ursachen: entweder sei der 2011 eröffnete Supermarkt falsch geplant worden oder die Baustruktur wie die Statik seien nicht in Ordnung gewesen. Bauarbeiten auf dem Gebäude könnten auch ein Grund für den Einsturz gewesen sein.

Im Wettlauf gegen die Zeit hatten die Rettungskräfte am Samstag unter Hochdruck nach Überlebenden gesucht. Zuletzt waren in der Nacht zu Freitag Verletzte gefunden worden. Am Sonntag soll der unterbrochene Rettungseinsatz fortgesetzt werden.

Am Unglücksort versammelten sich bangende Angehörige und Menschen, die mit Blumen oder Kerzen ihre Trauer ausdrücken wollten. Einige standen weinend an der mit Nationalfahnen und Blumen geschmückten Absperrung. Andere wollten die Helfer unterstützen, mit heißem Tee oder mit Keksen, wie sie die Rigaerin Irina Lebedeva verteilte. «Das ist eine noch nie dagewesene Katastrophe», sagte Lebedeva. Ein orthodoxer Priester spendete Trost.

Auch Antons Ryakhins war zu der Unglücksstelle zurück gekehrt - ihm war beim Einbruch des Dachs in letzter Minute die Flucht gelungen. «Ich stand in der Schlange an der Kasse, als das Dach plötzlich einbrach», erzählte der 19-Jährige. «Alles passierte innerhalb weniger Sekunden. Es war dunkel, aber noch hell genug, um den Ausgang zu sehen. Ich rannte raus. Die Türen waren offen, aber davor fielen viele Trümmer runter. Deshalb war vielen der Weg versperrt. Einer meiner Freunde verlor seine Mutter.» Im Supermarkt seien zum Unglückszeitpunkt etwa 100 Menschen gewesen, schätzte er. Einen Alarm habe er nicht gehört.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sprach den Betroffenen sein Mitgefühl aus, wie das Auswärtige Amt mitteilte. Auch Papst Franziskus und politische Führer zahlreicher Länder sowie der EU kondolierten. An allen öffentlichen Gebäuden in Lettland wurde die Nationalflagge mit Trauerflor auf halbmast gesetzt.

Staatspräsident Andris Berzins forderte im lettischen Fernsehen, die Schuldigen für die Katastrophe zur Verantwortung zu ziehen. «Dieser Vorfall ist im Grunde ein Massenmord an einer großen Anzahl von wehrlosen Zivilisten. Wir müssen entsprechend handeln», sagte er in einem Interview im lettischen Fernsehen. Ein Team unabhängiger Experten aus dem Ausland müsse unverzüglich gebildet werden, forderte er. Die Mitglieder dürften in keiner Weise mit der Bauwirtschaft des Landes verbunden seien.

Die Baufirmen wiesen Vorwürfe über möglichen Pfusch zurück. Sämtliche Baumaßnahmen seien im Einklang mit lettischen Gesetzen erfolgt, teilten die fünf beteiligten Unternehmen in einer Stellungnahme mit. Die Firmen kündigten eine gründliche Untersuchung mit einem Team unabhängiger Experten an. Das Gebäude und das Dach seien zuletzt zwei Tage vor dem Einsturz überprüft worden.

Notfälle / Lettland
23.11.2013 · 19:09 Uhr
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