Rentengesetz 2025: Ein vielschichtiges Reformpaket mit gewaltigen Kosten
Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf zur Sicherung eines stabilen Rentenniveaus bis 2031 und zur Verbesserung der Renten für Mütter verabschiedet. Der Entwurf von Sozialministerin Bärbel Bas (SPD) sieht vor, dass der Bundestag die Maßnahmen bis zum Jahresende beschließt. Obwohl die Reform mit Steuergeldern finanziert werden soll, werden auch Arbeitnehmer und Arbeitgeber zur Kasse gebeten. Der Rentenbeitrag wird ab 2027 von derzeit 18,6 auf 18,8 Prozent ansteigen, was die Erwartungen leicht übertrifft.
Das Rentenpaket ist der erste Schritt einer Reihe von Reformmaßnahmen, die das Rentenniveau stabil bei 48 Prozent halten sollen. Dadurch werden die Renten längerfristig etwas höher ausfallen. Ab 2027 werden zudem drei Jahre Erziehungszeit für Kinder, die vor 1992 geboren sind, angerechnet. Eine Neuerung sieht vor, dass Ältere im Rentenalter weiterhin bei ihren Arbeitgebern beschäftigt bleiben dürfen. Die Rücklagen der Rentenkassen sollen ebenfalls von 20 auf 30 Prozent einer Monatsausgabe angehoben werden.
Mit den Worten "In unsicheren Zeiten sendet das Rentenpaket 2025 eine klare Botschaft: Stabile und gerechte Renten für alle Generationen", kommentierte Bärbel Bas. Die umfassenden Änderungen waren im Koalitionsvertrag vorgesehen, jedoch bleiben weitergehende Reformen ungewiss. Eine Rentenkommission wird ab 2026 weitere Vorschläge entwickeln, da SPD und Union in Meinungsverschiedenheiten über die Richtung der Reformen stecken.
Während Bas Vorschläge zur Erhöhung des Renteneintrittsalters von ihrer Amtskollegin, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), ablehnt, zeigt sich insbesondere Unionsfraktionsvize Mathias Middelberg bereit für eine tiefergehende Debatte über mögliche Reformen. Es wird erwartet, dass die Reformen schmerzhafte Einschnitte mit sich bringen.
Die geplanten Maßnahmen ziehen erhebliche Kosten nach sich: Laut Berechnungen könnten rund 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2029 benötigt werden, diese Summe wird bis 2031 auf 11 Milliarden Euro ansteigen. Außerdem wird durch die Angleichung der Mütterrenten ein jährlicher Finanzierungsbedarf von rund fünf Milliarden Euro entstehen.
Der Entwurf erläutert, dass die Anhebung des Beitragssatzes im Zusammenhang mit der Erhöhung der Rücklagen nötig werden könnte. Die erwartete Kostensteigerung gründet auf der demografischen Entwicklung, durch die mehr Rentenzahlungen und weniger Einzahler zu verzeichnen sind. So steigen die Rentenausgaben inklusive Krankenversicherung von 394,4 Milliarden Euro 2023 auf voraussichtlich 476,3 Milliarden Euro im Jahr 2029.

