Renditeanstieg bei deutschen Staatsanleihen trotz gedämpfter Konjunkturerwartungen
Die deutschen Staatsanleihen verzeichnen erneut Verluste, was in einem Rückgang des Euro-Bund-Futures um 0,51 Prozent auf 128,90 Punkte resultiert. Gleichzeitig klettert die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf 2,76 Prozent. Ein ähnliches Muster zeigt sich in der gesamten Eurozone, wo die Anleiherenditen ebenfalls steigen. Dieser Anstieg resultiert insbesondere aus der verringerten Wahrscheinlichkeit weiterer Leitzinssenkungen durch die Europäische Zentralbank (EZB).
Nachdem zuletzt mehrere Zinssenkungen stattgefunden hatten, entschied sich die EZB, die Leitzinsen vorerst unverändert zu lassen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde verdeutlicht, dass die Notenbank in einer abwartenden Position sei, was bei Ökonomen die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen gedämpft hat.
In der deutschen Wirtschaft bleibt die Stimmung indes verhalten. Der Ifo-Geschäftsklimaindex enttäuscht im Juli durch verfehlte Erwartungen. Ifo-Präsident Clemens Fuest spricht von einem "blutleeren" Aufschwung.
Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank sieht lediglich eine geringe Erholung in der zweiten Jahreshälfte, die sich vorerst durch Stabilisierung über der Wachstums-Nullmarke zeigen dürfte. Erst im nächsten Jahr erwartet er durch erhöhte Infrastrukturausgaben eine deutliche Besserung der konjunkturellen Lage.

