Rekordverdächtiges Wachstum: Broadcom im KI-Boom
Der Halbleiterriese Broadcom setzt auf das immense Potenzial der Künstlichen Intelligenz und erntet die Früchte seiner strategischen Ausrichtung. Im Zuge der Präsentation der Jahresergebnisse verkündete das Unternehmen einen erwarteten Umsatzanstieg um beeindruckende 65 Prozent im Bereich KI-Produkte für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres. Damit übertrifft Broadcom das prognostizierte allgemeine Halbleiterwachstum von lediglich 10 Prozent bei weitem. Besonders erfreulich für Broadcom: Der Markt für KI-Komponenten, die speziell für Betreiber von Rechenzentren konzipiert werden, könnte bis zum Jahr 2027 auf sagenhafte 90 Milliarden Dollar anwachsen.
Am Freitag erreichte die Aktie von Broadcom ein neues Rekordhoch, die Marktkapitalisierung überschritt erstmals die magische Grenze von einer Billion Dollar. Ähnlich wie Nvidia profitiert Broadcom massiv vom KI-Boom, der durch die hohen Investitionen von Techunternehmen in Datenzentren vorangetrieben wird. Diese Investitionen sind unerlässlich, um die enorme Datenmenge verarbeiten zu können, die für große KI-Sprachmodelle erforderlich ist. CEO Hock Tan verkündete außerdem stolz den Gewinn zweier neuer Hyperscaler-Kunden. Dies entspricht den größten Anbietern von Daten- und Serverzentren sowie Cloudservices.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte Broadcom den Umsatz um 44 Prozent auf 51,6 Milliarden Dollar steigern, während das bereinigte Ebitda um 37 Prozent auf 31,9 Milliarden Dollar kletterte, was einer beeindruckenden Marge von rund 62 Prozent gleichkommt. Allerdings schrumpfte das Nettoergebnis von 14,1 auf 5,9 Milliarden Dollar, bedingt durch höhere Abschreibungen, gesteigerte Forschungs- und Entwicklungskosten sowie erhöhte Zins- und Steueraufwendungen. Aktuell visiert Broadcom im ersten Quartal einen Umsatz von rund 14,6 Milliarden Dollar und eine operative Marge von 66 Prozent an.
Analysten zeigen sich von den Ergebnissen beeindruckt und hoben ihre Kursziele für die Broadcom-Aktie an. Die Prognosen liegen für JPMorgan, Bernstein Research und Bank of America bei 250 Dollar, während Deutsche Bank Research und UBS 240 beziehungsweise 220 Dollar veranschlagen.
Harlan Sur von JPMorgan sieht Broadcom weiterhin als Top-Pick im Halbleitersektor, da er im KI-Bereich ein langfristiges Umsatzwachstum von durchschnittlich 40 bis 50 Prozent erwartet. Bernstein-Experte Stacy Rasgon betont die starke Performance des Softwaregeschäfts, die hohen Margen sowie den eindrucksvollen Barmittelzufluss und die Unterstützung durch den KI-Trend.
Im Blumenstrauß der Erfolge schlossen die Broadcom-Papiere am Freitag um ein Viertel höher. In nur einem Tag erhöhte sich die Marktkapitalisierung um erstaunliche 206 Milliarden Dollar. Solche Gewinne werden selten in der Geschichte der Börse verzeichnet. Seit Jahresbeginn hat sich der Aktienkurs verdoppelt und gehört im Nasdaq 100 zu den Spitzenreitern. Die Aktie erklomm am Freitag eine Bestmarke von 228,70 Dollar und katapultierte Broadcom in die Liga der Billion-Dollar-Unternehmen.

