Regierung lockt Afghanen mit finanzieller Unterstützung zur Umkehr
Die Bundesregierung setzt auf finanzielle Anreize, um Afghanen von ihren Einreiseplänen nach Deutschland abzubringen. Wie von einer Sprecherin des Bundesinnenministeriums bestätigt, bietet ein freiwilliges Rückkehrprogramm finanzielle Unterstützung und Alternativen zur Ausreise in andere Drittstaaten. Ziel ist es, denjenigen eine Perspektive zu bieten, die nicht auf eine Aufnahme in Deutschland hoffen können.
Angespannter Zeitplan sorgt für Druck: Ein im Namen der Regierung durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit verschicktes Schreiben hebt den steigenden Zeitdruck hervor. Laut dem Dokument sind alle lokalen Verfahren bis Ende 2025 abzuschließen, jedoch fehlen Garantien für eine fristgerechte Abwicklung. Neben finanzieller Unterstützung stellt das Angebot auch Transportkosten sowie medizinische und psychosoziale Versorgung für bis zu drei Monate in Aussicht. Die Summe variiert je nach familiärer Situation, doch es ist von mehreren Tausend Euro die Rede.
Endgültige Entscheidungsfrist bis Mitte November: Bis zum 17. November müssen die betroffenen Personen sich entscheiden, ob sie das Angebot akzeptieren. Eine eventuelle Ablehnung würde eine erneute Aufnahme in das Verfahren ausschließen. Rund 2.050 Personen in Afghanistan und Pakistan warten derzeit auf die Ausreise, insbesondere in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Das Auswärtige Amt bestätigt, dass sich der Großteil der Betroffenen dort befindet.
Gespanntes Abwarten in Islamabad: Die im Mai unter der aktuellen Regierung gestoppten Aufnahmeprogramme erschweren die Situation vieler Afghanen. Diese Programme zielten darauf ab, besonders gefährdete Personen aufzunehmen, die durch die Taliban bedroht sind, wie Anwälte und Journalistinnen, die sich für Menschenrechte stark gemacht haben. Betroffene Afghanen zeigen sich schockiert über das Angebot aus Berlin. Ein Mann äußerte deutlichen Unmut und betonte die Unsicherheit für die Zukunft seiner Familie.

