Reform der Notfallversorgung: Patientenströme effizienter lenken
Die überfüllten Notaufnahmen der Kliniken sollen bald der Vergangenheit angehören – zumindest wenn es nach dem neuen Gesetzentwurf von Gesundheitsministerin Nina Warken geht. Dieser sieht vor, Patienten mit akuten Beschwerden besser in passende Behandlungsangebote zu leiten. Ein zentraler Baustein dabei: Integrierte Notfallzentren, die an ausgewählten Klinikstandorten entstehen sollen. Zentral mit Ansprechpartner und Ersteinschätzung ausgestattet, sollen Patienten bereits telefonisch via Notfallnummer 116 117 eine Anleitung erhalten, um unnötige Klinikbesuche zu vermeiden.
Die Reform, in der nun laufenden Abstimmungsphase innerhalb der Bundesregierung, baut auf nicht umgesetzten Plänen der Vorgängerregierung auf. Herzstück der Strategie ist die telefonische Erstberatung, ergänzt durch eine digitale Vernetzung der Nummern 116 117 und 112, um im Notfall schnell die richtige Hilfe, sei es Notarzt oder Rettungswagen, zu senden. Zudem soll in akuten Fällen die Telefonnummer 112 Anrufern gleich eine Anleitung zur Wiederbelebung bei Herzstillstand bieten.
Für alle, die direkt die Klinik ansteuern, wird es an einem Empfangstresen eine erste Triage geben. Dabei entscheidet sich, ob die Notaufnahme tatsächlich nötig ist oder eine Notdienstpraxis die bessere Option darstellt. Bestimmte Standorte planen sogar Zentren speziell für Kinder und Jugendliche. Diese Praxen sollen zu festgelegten Zeiten am Wochenende und an bestimmten Wochentagen geöffnet sein, um den Bedarf an medizinischer Versorgung abzudecken. Ein zusätzlicher Anreiz soll Patientinnen und Patienten motivieren, zuerst die Telefonberatung zu nutzen: Mit einer ersten Einschätzung wären diese in der Klinik schneller dran als jene, die ohne vorherige Klärung erscheinen.
Diese Maßnahmen sollen langfristig die Notfallversorgung effizienter gestalten und die Versorgungslage entspannt in die Zukunft führen.

