Razzia bei der Deutschen Bank wirft Schatten auf Bilanzvorlage
Die Deutsche Bank steht erneut im Fokus der Ermittlungsbehörden: Eine Razzia in der Frankfurter Zentrale des größten deutschen Geldinstituts und einem Berliner Standort sorgte für Aufsehen. Der Verdacht der Geldwäsche beleuchtet die ehemaligen Geschäftsbeziehungen der Bank zu ausländischen Firmen, die im Verdacht stehen, illegale Geldflüsse abzuwickeln. Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen Frankfurt, gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt, führt die Ermittlungen durch, um zusätzliche Beweise zu sichern.
Während rund 30 Ermittler die Frankfurter Büros durchsuchten, zeigte die Ankündigung der Ermittlungen deutliche Spuren auf dem Aktienmarkt: Der Kurs der Deutschen Bank fiel zeitweise um etwa drei Prozent, ein empfindlicher Rückschlag unmittelbar vor der geplanten Bilanzvorlage. Analysten erwarteten zwar für 2025 beeindruckende Gewinne in Höhe von knapp 6 Milliarden Euro, jedoch steht der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing nun vor der Herausforderung, den kritischen Fragen zur Razzia zu begegnen.
Die genauen Hintergründe der Durchsuchungen bleiben vorerst unklar. Berichten zufolge richten sich die Ermittlungen teilweise auf Geschäftsbeziehungen im Zeitraum zwischen 2013 und 2018, die mit dem russischen Unternehmer Roman Abramowitsch in Verbindung gebracht werden. Einem Bericht zufolge könnte die Deutsche Bank es versäumt haben, rechtzeitig Geldwäsche-Verdachtsmeldungen zu übermitteln.
Roman Abramowitsch wehrte sich umgehend gegen die Anschuldigungen und betonte, stets im Einklang mit allen geltenden Vorschriften gehandelt zu haben. Seitens der Deutschen Bank wurden die Maßnahmen der Staatsanwaltschaft bestätigt, jedoch ohne nähere Details zur Verfügung zu stellen.
Die Bank sah sich in der Vergangenheit mehrfach mit Vorwürfen konfrontiert, Geldwäsche-Verdachtsmeldungen zu spät abgegeben zu haben. Die deutsche Finanzaufsicht hatte bereits zeitweise einen Sonderbeauftragten beordert, um die bankinternen Fortschritte im Bereich der Geldwäschebekämpfung zu überwachen.

