Psychotherapie: GKV-Spitzenverband fordert raschere Terminvergabe
Die gesetzlichen Krankenkassen dringen auf schnellere Terminvergaben in der Psychotherapie, um die langen Wartezeiten zu verkürzen, die insbesondere schwer psychisch Kranke belasten. Der GKV-Spitzenverband schlägt vor, dass Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gesetzlich verpflichtet werden, ihre freien Kapazitäten zu melden. "Es gibt keinen generellen Mangel an Therapieplätzen, aber die Zuweisung klappt nicht optimal", erklärt Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Chefin des Verbands.
Ein kürzlich veröffentlichtes Positionspapier des GKV-Verwaltungsrats hebt die Relevanz psychischer Erkrankungen hervor, die mittlerweile rund jeden vierten Erwachsenen betreffen. Trotz des hohen Bedarfs erhalten nur wenige Betroffene unmittelbar einen Therapieplatz. Um eine bedarfsgerechte Versorgung zu gewährleisten, fordert der Verband, dass die Hälfte der Behandlungsplätze an die sogenannten Terminservicestellen gemeldet und über diese vermittelt werden.
Laut Stoff-Ahnis ist es für schwer psychisch Erkrankte nicht zumutbar, eigenständig nach einem Therapieplatz zu suchen. Obwohl Terminservicestellen gesetzlich dazu verpflichtet sind, innerhalb von vier Wochen einen Termin für eine psychotherapeutische Sprechstunde zu vermitteln, gelingt dies oftmals nicht. 2023 betrug die Vermittlungsquote laut GKV nur 46 Prozent.
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert eine Intensivierung der Maßnahmen, insbesondere im Bereich der Suizidprävention. Angesichts gestiegener Selbsttötungsraten betont Eugen Brysch, der Vorstand der Stiftung, die Notwendigkeit eines Rechtsanspruchs auf Suizidprävention im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung. Es mangele an kurzfristig verfügbaren Sprechstunden und Behandlungsplätzen, was dringend geändert werden müsse.

