Prozessauftakt gegen René Benko: Gerichtliche Auseinandersetzung nach Signa-Pleite
Vor dem Landgericht Innsbruck beginnt der erste Prozess zur Aufarbeitung der Insolvenzaffäre um den österreichischen Immobilien- und Handelsgiganten Signa. Im Zentrum steht der Gründer Renée Benko, der sich mit Vorwürfen konfrontiert sieht, Vermögen verschleiert zu haben, um Gläubiger zu benachteiligen, angesichts seiner drohenden Zahlungsunfähigkeit als Einzelunternehmer. Nach neunmonatiger Untersuchungshaft ist dieser Gerichtstermin Benkos erster öffentlicher Auftritt. Der aktuelle Prozess ist jedoch nur ein kleiner Teil eines umfangreicheren Ermittlungsgeflechts rund um den Zusammenbruch von Signa, das aus einem Netzwerk von etwa 1.130 Gesellschaften bestand und seit Herbst 2023 in die Insolvenz abglitt.
Die Anklage beziffert den durch Benkos Handlungen entstandenen Schaden auf etwa 660.000 Euro, während das Strafmaß eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren vorsieht. Rund 70 Journalisten aus dem In- und Ausland sowie acht geladene Zeugen versammeln sich, um den auf zwei Tage angesetzten Prozess zu verfolgen. Konkret wird Benko zur Last gelegt, einen unzulässigen Vorschuss von circa 360.000 Euro für Miet- und Betriebskosten gezahlt zu haben, um sein Privatvermögen zu schützen. Zudem soll er 300.000 Euro an eine Verwandte transferiert haben, mutmaßlich um Gelder den Gläubigern zu entziehen.
Alle Anschuldigungen werden von Benko vehement bestritten. Währenddessen sind auch in Deutschland und Italien juristische Untersuchungen gegen ihn anhängig.

