Prominente Einwände: Chanos kritisiert Bewertungsstrategien von Strategy
Der bekannte Short-Seller Jim Chanos hat die Bewertungspraktiken von Strategy infrage gestellt und deren Prämie über den Bitcoin-Bestand des Unternehmens als "finanzpolitischen Unsinn" bezeichnet. Chanos nimmt besonders den Vorsitzenden Michael Saylor ins Visier, der dem Investment in die Kryptowährung eine höhere Bewertung zuschreibt, als es offenbar gerechtfertigt ist.
Chanos kritisierte in einem Beitrag auf der Plattform X, dass Saylor die Bewertung seines Unternehmens nicht nur auf den Nettoinventarwert des Bitcoin-Bestands vornehme, sondern zusätzlich ein Vielfaches auf die Veränderungen dieses Wertes anwende. In einem Interview mit Bloomberg Television äußerte er die Ansicht, dass der Marktwert von Strategy den tatsächlichen Bitcoin-Wert der Firma nicht übersteigen sollte.
Zum Stand vom 9. Juni hielt Strategy 582.000 Bitcoins im Wert von 62,27 Milliarden US-Dollar, während der Marktwert des Unternehmens bei 108 Milliarden US-Dollar lag – rund 1,74 Mal so viel wie der Wert der Krypto-Reserven. Chanos und andere Kritiker sehen hierin eine Arbitragemöglichkeit durch den Kauf von Bitcoin und das Shorten der Unternehmensanteile.
Eine unmittelbare Antwort auf diese Vorwürfe blieb seitens Strategy aus. Unterdessen folgen immer mehr Unternehmen, wie GameStop und Donald Trumps Trump Media & Technology, dem Beispiel von Strategy und streben ebenfalls den Aufbau von Bitcoin-Reserven an.
Die Aktien von Strategy selbst verzeichneten dieses Jahr einen Anstieg von nahezu 34 Prozent und überflügelten damit die 14,2-prozentige Wertsteigerung von Bitcoin. Michael Saylor verteidigt seine Strategie und weist darauf hin, dass Kritiker die innovativen, bitcoin-unterstützten Finanzinstrumente seines Unternehmens übersehen.
Diese sollen die Prämie, zu der das Unternehmen gehandelt wird, rechtfertigen und gleichzeitig Schutz vor den von Chanos hervorgehobenen Risiken bieten. Strategy setzt auf bitcoin-gestützte Kreditinstrumente wie nicht-kumulative Vorzugsaktien, um Kapital zu beschaffen, ohne die Stammaktionäre zu verwässern oder traditionelle Schulden einzugehen.

