Projekt Mara ist tot? Ninja Theory setzt wohl alles auf eine Karte namens Hellblade 3
Die Hoffnungen auf das mysteriöse „Project: Mara“, jenes experimentelle Horror-Juwel, das uns Ninja Theory vor Jahren vor die Nase hielt, scheinen sich in Luft aufzulösen. Jahrelang dümpelte das Projekt in den Köpfen der Fans als das nächste große Ding, ein psychologischer Albtraum auf kleinstem Raum. Doch neuesten Gerüchten zufolge war dieses vermeintliche Meisterwerk nie mehr als ein Schatten an der Wand, ein bloßes Konzept auf dem Reißbrett der Kreativen.
Vom Hoffnungsträger zur Karteileiche
Die Ernüchterung kommt direkt aus dem Mund des gut vernetzten Insiders Jez Corden. Im „Xbox Two Podcast“ ließ er die Bombe platzen: „Project: Mara“ sei kein Spiel, an dem derzeit gearbeitet werde. Was 2020 als revolutionärer Ansatz im „Mental Terror“-Genre angekündigt wurde – mit der brillanten Melina Juergens in der Hauptrolle und angesiedelt in einem einzigen Apartment – scheint nun auf Eis zu liegen, vielleicht für immer. Corden betont, es sei „nur ein Konzept“ gewesen. Diese Nachricht trifft jene hart, die sich nach dem intimen, beklemmenden Horror gesehnt haben, den Ninja Theory so meisterhaft beherrscht.
Hellblade 3: Der Ausbruch aus der Nische?
Doch wo Schatten ist, da ist auch Licht – oder zumindest das Flackern einer Fackel in der Dunkelheit. Wenn Mara schläft, was macht das Studio dann? Die Antwort lautet angeblich: Hellblade 3. Doch haltet eure Pferde, denn das verheißt einen Kurswechsel. Nach dem audiovisuellen Bombast, aber spielerischen Minimalismus von Teil 2, soll der dritte Ableger neue Wege beschreiten. Das Ziel? „Mehr Interaktivität“. Man wolle es „mehr zu einem Spiel machen“ und damit eine breitere Masse ansprechen.
Das klingt einerseits verlockend, andererseits schwingt die Sorge mit, ob dabei die einzigartige, fast meditative Schwere der Vorgänger verloren geht. Wurde das Projekt wirklich bereits im Mai 2024, kurz nach dem Release von Senua’s Saga, durchgewunken? Alles deutet darauf hin, dass Ninja Theory die Kritik an der spielerischen Passivität ernst nimmt und nun versucht, Kunst und Kommerz aggressiver zu vermählen.
Das große Rätselraten vor dem Xbox-Event
Damit bleibt die spannende Frage: Was ist dann das „geheime vierte Spiel“ der kommenden Xbox Developer_Direct am 22. Januar? Viele (mich eingeschlossen) hatten fest auf Mara getippt, da es perfekt auf die Beschreibung eines „kleineren Originaltitels“ passte. Wenn diese Theorie nun vom Tisch ist, stochern wir wieder im Nebel. Wir wissen, dass Schwergewichte wie Fable und Forza Horizon 6 gezeigt werden, aber die Wildcard bleibt ein Mysterium. Die Spannung steigt ins Unermessliche.


